Winterraps – Empfehlungen für‘s Taubertal

Wichtige Informationen aus dem Main-Tauber-Kreis vom 28.09.2026

 

Die Wettervorhersagen melden langfristig kaum Niederschläge. Damit ist sich der amtliche Berater und versierte Pflanzenbauexperte T. Bender im Main-Tauber-Kreis sicher, dass sich die beginnende Getreideaussaat sich genauso staubig gestaltet wie die bisherige Bodenbearbeitung.

 

Der Raps zeigt sich regional sehr unterschiedlich, teils sieht man Bestände mit großem Raps, anderenorts vertrocknet der bereits gekeimte Rapssamen und der Feldaufgang lässt zu wünschen übrig. An allen Orten fehlt einfach Wasser! Die Herbizide zeigen mittlerweile Wirkung und das Ausfallgetreide hellt auf. Vor allem in Mähdrescherspuren, wo besonders viel Ausfallgetreide aufgegangen ist, tut sich der Raps durch die Konkurrenz sichtlich schwer.

Anfangs der laufenden Woche werden teilweise Temperaturen um die 25 bis 29°C gemeldet. Bei diesen warmen Temperaturen fühlt sich der Rapserdfloh besonders wohl und macht neben dem Reifungsfraß an den Keimblättern seine Eiablage in die Stängel der Blätter. Daher sollte gerade bei diesen Witterungsbedingungen besonderes Augenmerk auf die Gelbschalen und den Befall in den Flächen gelegt werden. Vor allem in Betracht auf die Larven, die neben dem Lochfraß dann das größere Problem darstellen, sollte auf stark befallenen Rapsbeständen eine Behandlung in Betracht gezogen werden. Hier nochmals der Hinweis auf die Anwendungsbedingungen der Insektizide: Ungünstige Wetterbedingungen bei der Anwendung (windig, nachmittags, nachts unter 10°C, trocken) bringen nicht die erwartete Schädlingsreduktion, verstärken nur die Selektion auf resistente Populationen. Bei den derzeitigen Wetterbedingungen ist nur von ca. 3-5 Tagen Wirkungsdauer auszugehen. 

Praxistipps: Wir empfehlen die Wassermenge zu reduzieren (höhere Konzentration in der Spritzbrühe) und gute Anwendungsbedingungen abzupassen. Gegen Abend, wenn sich der Wind sich legt, könnten gute Bedingungen herrschen. Unbedingt auch auf die zulässige Anzahl der Anwendungen pro Jahr achten.

Im früh gesäten, weiter entwickelten Raps steht demnächst die Behandlung mit Wachstumsregler an. Hier bieten sich in BBCH 12 bis BBCH 59 Carax, Tilmor oder Toprex an. Folicur in BBCH 14 bis BBCH 59 mit 1,0 Liter/ha eignet sich dieses Jahr gut, da bei der andauernden Trockenheit kein Bedarf an großen Einkürzungserfolgen besteht und eine „milde“ Wirkung ausreichend ist.

Bor kann ebenfalls zugemischt werden. Doch Vorsicht: Bei Kombinationen mit Blattdüngern (Bor) sollte das Spritzwasser vor der Zugabe des Pyrethroid durch Zitronensäure o.ä. neutralisiert werden. Einige Bor-Blattdünger haben die Eigenschaft im Spritzwasser den Wirkstoff an sich zu „binden“. Dadurch lässt die Wirkung nach.

Bei der Zumischung von Insektiziden ist auf die Bienengefährlichkeit zu achten (meist B2-Anwendung nach dem täglichen Bienenflug bis 23 Uhr!).

 

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