Winterraps – Fungizideinsatz derzeit nicht notwendig
Wichtige Informationen des LRA Tübingen vom 10.04.2026
Der langjährig versierte amtliche Berater und Pflanzenschutzexperte A. Lohrer im Landkreis Tübingen berichtet heute aus seinem Beratungsgebiet.
Die ersten Rapsbestände beginnen mit der Blüte. Sobald ca. 10% der Blüten geöffnet sind verursachen Rapsglanzkäfer in diesen Beständen keine Schäden mehr, sondern unterstützen sogar bei der Bestäubung. Abhängig von Sorte und Standort dauert es aber noch einige Zeit bis alle Bestände dieses Stadium erreichen.
Derzeit sind die Rapsglanzkäfer stärker als in den letzten Jahren in den Beständen zu finden. Bei einigen Schlägen auch mit Überschreitung der Bekämpfungsrichtwerte. Bei dieser Bewertung dürfen nicht nur die am weitesten entwickelten Pflanzen betrachtet werden, sondern auch die etwas Kleineren. Zur Bestimmung erinnere ich an den letzten Warndienst: Die Rapsglanzkäfer werden an den Haupttrieben gezählt, hierzu werden an 5 Stellen je 5 Knospen z.B. in eine Gelbschale abgeklopft. Der Bekämpfungsrichtwert liegt bei 10 Käfern je Pflanze, bei schwachen, dünnen Beständen halbiert sich der Wert auf 5 Käfer je Pflanze.
Praxistipps: Bei den momentan tendenziell kühleren Temperaturen können die Klasse 1-Pyrethroide wie Trebon 30EC, Mavrik Vita/ Evure eingesetzt werden. Mospilan SG/ Danjiri mit dem Wirkstoff Acetamiprid sind in der Wirkung gegen Rapsglanzkäfer tendenziell besser, benötigen aber höhere Temperaturen (mind. ca. 12°C).
Achtung: Beachten Sie die Änderung in der Einstufung zur Bienengefährdung bei Mischung mit Azolfungiziden (z.B. Folicur, Tilmor, auf B1 bei Acetamiprid und B2 bei den anderen genannten Mitteln. Durch die angekündigte kühlere Witterung mit Niederschlägen ist die nächsten Tage mit verringerter Aktivität der Glanzkäfer zu rechnen, bei Temperaturanstiegen werden sie aber wieder aktiver.
Hinweis: Die oft beobachteten Frost- oder Wachstumsrisse wurden durch die trockene Witterung zügig von den Pflanzen verkorkt und bieten somit auch keine Eintrittspforte für Pilzkrankheiten. „Der Einsatz von Fungiziden ist aus unserer Sicht somit derzeit nicht notwendig.“