Winterraps - Gelbschalen auf Stängelschädlinge kontrollieren

Wichtige Informationen vom Regierungspräsidium Stuttgart vom 27.02.2026

 

In den wärmen Gebieten Baden-Württembergs ist bei höheren Temperaturen noch im Februar mit einem Zuflug zu rechnen. Ab 6 °C in 2 cm Bodentiefe und 9 bis 12 °C Lufttemperatur verlässt der Gefleckte Kohltriebrüssler die Winterquartiere (z. B. Wälderränder, Hecken). Bei Lufttemperaturen über 12 °C intensiviert sich der Einflug. Der Großen Rapsstängelrüsslers hat vergleichbare Temperaturansprüche. 

Die Fänge können sich je nach Lage sowohl was die Stückzahl als auch die Rüsselkäferarten angeht, stark unterscheiden, weshalb eine Überwachung mittels Gelbschalen für zielgerichtete Pflanzenschutzmaßnahmen unerlässlich ist. 

Der Gefleckten Kohltriebrüssler hat rotbraune Füße sowie einen weißen Fleck auf dem Rücken und ist 2,5 bis 3,2 mm groß. Die Schadschwelle liegt hier bei 15 gefangenen Käfern je Gelbschale innerhalb von 3 Tagen. Da die Weibchen nach dem Zuflug in die Rapsbestände zunächst einen Reifungsfraß an den jungen Rapsblättern durchlaufen und mit der Eiablage in die Blattstiele je nach Witterung erst ca. 10 bis 14 Tagen später beginnen, kann mit der Behandlung noch circa zehn Tage nach Überschreiten der Schadschwelle erfolgen. 

Der Große Rapsstängelrüssler ist mit 3,3 - 4 mm etwas größer, gräulich behaart und hat schwarze Füße. Die Weibchen legen nach sehr kurzem Reifungsfraß ihre Eier in die Pflanzenstängel ab. Die Schadschwelle ist hier mit 5 Käfer pro Schale in 3 Tagen deutlich niedriger und die Behandlung sollte auch schon innerhalb von 3 Tagen nach Überschreiten der Schadschwelle erfolgen. 

Steht eine Bekämpfung der Stängelschädlinge an, bieten sich Pyrethroide mit guter Kontaktwirkung an, z. B. Karate Zeon oder Nexide. Bei Temperaturen über 12 °C kann ab Entwicklungsstadium 31 (1. Internodium sichtbar gestreckt) bis 39 (9 und mehr Internodien gestreckt) auch Carnadine 200 eingesetzt werden, das mit dem Wirkstoff Acetamiprid eine gute und länger anhaltende systemische Wirkung hat. Weiter Hinweise und empfohlene Mittel finden Sie in der Broschüre „Integrierter Pflanzenschutz 2026 – Ackerbau und Grünland“ in der Tabellen 42 auf den Seiten 86 und 87.

Soweit die Böden schlecht befahrbar sind, kann bei gut entwickeltem Raps auf besseren Standorten auch in Erwägung gezogen werden, die Bekämpfung zu zugunsten des Bodens und zur Vermeidung von mechanischen Beschädigungen der Rapspflanzen zu lassen. Zudem trägt jede Insektizidanwendung auch zur Selektion auf resistente Schädlinge bei. Ein guter und kräftiger Raps kann insbesondere auf besseren Standorten sehr viel kompensieren und eine Überschreitung von Schadschwellen bedeuten nicht, dass sich eine Behandlung in jedem Fall lohnt, da dies immer von vielen Faktoren abhängt. Risiken und Nutzen sollten daher sorgsam abgewogen werden.

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