Winterraps – Im Auge behalten!
Wichtige Informationen aus dem Landkreis Ravensburg vom 31.03.2026
„Durch die kalten Temperaturen, insbesondere die Nachtfröste der letzten Tage, wurde die Entwicklung der Rapsbestände gebremst,“ so das agile Beratungstrios M. Längle, S. Löbner und M. Kreh vom Landwirtschaftsamt Ravensburg mit Blick in ihre Anbauregion.
Aktuell befinden sich die meisten Bestände der Region im Übergang zum Längenwachstum, in den früheren Beständen sind die Knospen des ersten Haupttriebs ersichtlich. Dies ist die kritische Phase für den Schaden durch den Rapsglanzkäfer, denn dieser schädigt, indem er die geschlossenen Knospen anbohrt. Das Schädlingsgeschehen ist aktuell sehr ruhig, sollte sich das Wetter über Ostern ändern, gilt es den Zuflug der Rapsglanzkäfer genau im Auge zu behalten. Die Gelbschalen dienen dabei nur als erster Hinweis auf einen beginnenden Zuflug, dienen jedoch nicht als Bemessungsgrundlage des Bekämpfungsrichtwertes.
Praxistipps: Behandelt werden muss der Glanzkäfer, wenn die Knospen noch geschlossen sind und über 10 Käfer je Haupttrieb bei starken Beständen (5 Käfer je Haupttrieb bei schwachen Beständen) vorhanden sind. Achten Sie unbedingt auf die Bienengefährdungsklassen und wählen am besten ein B4 Mittel. Die Einstufung der Bienengefährlichkeit ändert sich, wenn das Insektizid mit einem Azol-Fungizid zusammen ausgebracht wird. Wärmere Temperaturen fördern grundsätzlich die Wirkung der Insektizide.
Fungizid-Behandlungen im Stadium der Streckung sollen das Längenwachstum regulieren und den Krankheits-Befall (z.B. Phoma…) in Schach halten. Anwendungen sind bei hoher Bestandesdichte, hoher Stickstoffversorgung, oder lageranfälligen Sorten und starkem Befallsdruck sinnvoll. Durch eine Behandlung mit einer Teilmenge mit dem Wirkstoff Tebuconazol (z.B. Folicur, Orius, …) wird eine sanfte Einkürzung gewährleistet. Weitere zugelassene Produkte wie z.B. Tilmor, Toprex, Carax, Architect haben eine stärker einkürzende Wirkung. Carax und Toprex haben mit die stärkste Wirkung, oft dann aber eine schwächere Fungizidleistung. Eine Wachstumsregulierung und Förderung der Seitentrieb-Bildung sollte nur bei wüchsigem Wetter durchgeführt werden, und nicht wenn Nachtfröste drohen oder die Pflanzen geschwächt oder gestresst sind.
Praxistipp: Durch das verhaltene Wachstum der letzten Tage ist das Pflanzengewebe stabiler und tendenziell weniger Lageranfällig.