Winterraps – Mit kräftigem Wachstumsschub
Wichtige Informationen des LRA Tübingen vom 16.10.2026
Die letzten Niederschläge haben den meisten Beständen einen kräftigen Wachstumsschub gegeben. Entgegen der vorherigen Einschätzung können nun evtl. doch (weitere) Maßnahmen zur Wuchsregulierung sinnvoll sein.
„Kontrollieren Sie jetzt auch unbedingt Ihre Gelbschalen auf den Schwarzen Kohltriebrüssler, erkennbar an den rötlichen Füßen und der schwarzen Farbe,“ so der Tübinger Berater heute Der Tübinger Pflanzenschutzexperte A. Lohrer gibt den Praxisbetrieben in seinem Beratungslandkreis Tübingen eine klare Linie vor: „Als Bekämpfungsrichtwert gelten 10 Käfer innerhalb von 3 Tagen in den Gelbschalen, auf einzelnen Schlägen kann dies schon überschritten sein.“
Praxistipps: Da die Käfer bald mit der Eiablage beginnen sollte spätestens nach ca. 3-5 Tagen eine Bekämpfung mit einem Pyrethroid erfolgen um die Eiablage zu verhindern. Die Larven bohren sich später bis in den Vegetationskegel der Pflanzen und lassen sich dort mit Insektiziden nicht mehr erreichen. Die geschädigten Pflanzen bilden im Frühjahr keinen Haupttrieb aus und die Nebentriebe blühen teilweise bis zur Ernte.
Beim Rapserdfloh finden sich jetzt, abhängig von Zuflug und Eiablage die ersten Larven in den Pflanzen ein. Dies kann man an den Ein- und Ausbohrlöchern, Vernarbungen, braunen Stellen und Frassgängen in den Blattstielen erkennen, aber gerade die jungen Larvenstadien sind schwer zu erkennen. „Der Bekämpfungsrichtwert liegt bei 3 (in schwachen Beständen), bzw. 5 (in kräftigen, gut entwickelten Beständen) Larven je Pflanze, bonitiert an je 5 Pflanzen an 5 Stellen im Bestand.“
Praxistipps: Wenn eine Maßnahme gegen den Schwarzen Kohltriebrüssler notwendig ist kann das Pyrethroid auch die jungen Larvenstadien erfassen, da sich diese immer wieder aus den Blattstielen aus- und wieder einbohren, ansonsten verspricht Carnadine gegen die jungen Larven bessere Ergebnisse. Die beste Wirkung lässt sich aber mit der Notfallzulassung von Exirel oder Minecto Gold erzielen. Diese Mittel erzielen auch gegen ältere Larvenstadien gute Ergebnisse und sollten deshalb eher später eingesetzt werden, da die Larven auch bis in den November schlüpfen können.