Winterraps – Praxistipps für einen erfolgreichen Rapsanbau

Wichtige Informationen aus dem Landkreis Karlsruhe vom 03.07.2026

 

„Wir informieren Sie über das Nacherntemanagement im Alt-Raps, die angepasste Bodenbearbeitung zur Rapsaussaat im Hinblick auf die Rapserdfloh-Problematik,“ so die heutige Empfehlung der renommierten Pflanzenschutzexperten C. Erbe und B. Lutsch aus dem Beratungsgebiet im Landkreis Karlsruhe. 

 

Problematik Pyrethroidresistenz Erdfloh - Die Rapserdfloh-Problematik im Winterrapsanbau beruht primär auf einer „Super-kdr“ (super knockdown-resistance) gegen Pyrethroide sowie milden Wintern, die den Entwicklungszyklus der Schädlinge begünstigen. Der Rapserdfloh ist charakteristisch erkennbar durch seine glänzend metallisch-schwarzblaue Färbung und auffällig verdickte Hinterbeine. Außer dem Lochfraß durch den Käfer, gefährdet vor allem der Minierfraß der Larven den Ertrag. Sichtbar wird der Befall durch den Lochfraß der Käfer. 

Praxistipps: Der Lochfraß hat ertragliche Auswirkungen, wenn die Keimblätter so stark vom Erdfloh geschädigt werden, dass die weitere Entwicklung der Pflanzen gehemmt ist. Der eigentliche Schaden entsteht allerdings durch den Fraß der Larven in die Blattachsen und Stängel zu einem späteren Zeitpunkt.

 

Nacherntemanagement Raps - Der Rapserdfloh wird primär durch Duftstoffe (Isothiocyanate) des jungen auflaufenden Ausfallraps angelockt. Um den Druck des Rapserdflohs frühzeitig zu reduzieren, gilt es den Ausfallraps rechtzeitig zu beseitigen. Zudem stellt der Ausfallraps ein gefundenes Fressen für Schnecken und Mäuse dar, die sich durch das Nahrungsangebot auf den Schlägen verbreiten können. 

Aufgrund der hohen Bodentemperaturen, während der Nachauflaufphase sind die Ausfallrapspflanzen dem erhöhten Risiko einer Kohlhernieinfektion ausgesetzt. Mit der konsequenten Beseitigung der jungen Pflanzen kann der Vermehrung des Schaderregers im Boden jedoch entgegengewirkt werden. Die Bekämpfungsmaßnahme sollte spätestens zum Zweiblattstadium (BBCH 12) des Alt-Raps abgeschlossen sein. Aber auch für andere Krankheiten wie Phoma oder Verticillium stellen Ausfallrapspflanzen eine „grüne Brücke“ dar, die es zu unterbrechen gilt. 

Praxistipps: Kurz nach der Ernte sollte eine flache Bodenbearbeitung mit einer Tiefe von maximal 3 cm erfolgen, um einen Teil des Ausfallraps zum Auflaufen zu bringen. Geeignete Geräte sind z.B. ein Flachgrubber oder eine Kurzscheibenegge. Je nach Verfügbarkeit kann zur Anregung der Keimung auch ein Strohstriegel eingesetzt werden. Er arbeitet flach, verteilt Strohhaufen, schüttelt Rapskörner aus den Kaffschwaden und bricht abgefallene Schoten.

Bodenbearbeitungsstrategie für Raps-Aussaat - Ziel der Rapsaussaat, auch mit besonderem Fokus auf den Rapserdfloh, sollte die Schaffung optimaler Bedingungen für das Wachstum sein. Unbedingt vermieden werden sollten Situationen, in denen Wachstumsdepressionen vorprogrammiert sind wie z.B. unzureichende Bodenbearbeitung/Saatbettvorbereitung, schlechte Strohverteilung aus der Vorfrucht oder Bodenverdichtungen. 

Praxistipps: Die mechanische Beseitigung des Alt-Raps sollte möglichst lange vor der Rapsaussaat erfolgen, um den Zuflug des Rapserdflohs vom Alt-Raps in den ausgesäten Raps zu vermeiden. Die Bodenbearbeitungsstrategie sollte so gewählt werden, dass ab Mitte/Ende August die Rapsaussaat erfolgen kann. 

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