Winterraps – Rapsbestände wachsen „auseinander“
Wichtige Informationen aus dem Landkreis Karlsruhe vom 15.10.2026
Die intensive Sonneneinstrahlung und Temperaturen der letzten Wochen haben dazu geführt, dass die Rapsbestände sich je nach Aussaattermin „auseinanderwachsen“. Demzufolge wissen C. Erbe, B. Trautmann-Lutsch und A. Kästel von der amtlichen Beratung Bruchsal: „In der letzten Augustwoche gesäter Raps präsentiert sich wüchsig und meist ohne Fehlstellen, da er mehr Bodenfeuchte/Regenereignisse seit der Aussaat hatte.“
Jetzt sollte falls noch nicht erfolgt eine Einkürzung erfolgen, damit der Raps durch starke Frostereignisse im Winter nicht geschädigt wird. Die Einkürzung sollte generell im 4 bis 6 Blatt Stadium erfolgen. Die stärkste Leistung bringt hierbei das Produkt Carax (nicht mit Belkar oder La Diva mischen). In der ersten September Woche gesäter Raps ist sehr inhomogen. Hier stehen neuaufgelaufene Pflanzen direkt neben Pflanzen im 4 bis 5 Blattstadium, was die Terminierung der Pflanzenschutzmaßnahme erschwert. Grob kann man sich am Entwicklungsstadium der bestandbildenden Rapspflanzen orientieren und sollte bei anstehenden Einkürzungsmaßnahmen auf Wachstumsregulatoren mit niedrigerer Einkürzungsleistung wie z.B. Caramba, Orius, Folicur oder Toprex zurückgreifen. Rapsbestände mit Trocken-/Wasserstress sind von der Wachstumsreglermaßnahme derzeit auszusparen. Im Zweifelsfall Beratung anfordern.
Wir empfehlen bei anstehenden Fungizidmaßnahmen den Zusatz eines Bordüngers. Eine ausreichende Bor-Versorgung ist für Raps entscheidend, da die Pflanze einen besonders hohen Bedarf an diesem Mikronährstoff hat. Bor stabilisiert die Zellwände und unterstützt das intensive Wurzelwachstum sowie die Entwicklung der Pflanzengewebe. Ein Mangel macht sich oft durch gestauchte Triebe, eine schlechte Blütengestaltung und Hohlräume im Wurzelhals bemerkbar. Da Bor im Boden bei Trockenheit oder hohen Boden pH-Werten schlecht verfügbar ist, sichert diese Blattdüngung den Ertrag und die Vitalität der Bestände.
Sollten gleichzeitig Pyrethroide zum Einsatz kommen, wäre der Einsatz von Borsäure zur Steigerung der Wirkung der Pyrethroide empfehlenswert da es bei der Absenkung des pH-Wertes hilft. Natrium-Borate hingegen führen dazu, dass der pH-Wert in der Spritzbrühe ansteigt, was zum vorzeitigen Abbau von einigen Pyrethroiden führen kann. Das Ansäuern der Spritzbrühe verhindert den vorzeitigen Abbau der Pyrethroide. Bleiben die Bedingungen trocken, ist eine zweite Düngung im 6- bis 10-Blattstadium empfehlenswert. In Summe sollte der Raps im Herbst 150 bis 300 g Bor erhalten.
Praxistipps: Zusätzlich zum Rapserdfloh sind die Gelbschalen ab sofort auf den schwarzen Kohltriebrüssler zu kontrollieren. Die Schadensschwelle liegt bei 10 Käfern pro Gelbschale. Äußerlich ähnelt der schwarze Kohltriebrüssler den Rüsslerarten, die wir aus dem Frühjahr kennen (siehe Foto oben). Zum Einsatz kann ein zugelassenes Pyrethroid kommen.