Winterraps – Rapserdfloh und Wachstum im Fokus!

Wichtige Informationen aus dem Landkreis Calw vom 17.09.2026

 

„Jetzt stehen insbesondere Rapserdfloh und Wachstumsregulierung im Fokus,“ so A. Merkel, Pflanzenschutzexperte und Anbaufachmann aus der Abteilung Landwirtschaft und Naturschutz im Landratsamt Calw. 

 

Rapserdfloh - Die Gelbschalen regelmäßig, möglichst 2x wöchentlich, kontrollieren. Der Käfer verursacht zunächst Lochfraß an den jungen Blättern. Später können die Larven den Stängel schädigen und dadurch die weitere Entwicklung des Rapses beeinträchtigen. Insektizide gezielt einsetzen und bei Befall rechtzeitig reagieren. 

Wirkstoffstrategie: 

  • Karate Zeon (Lambda-Cyhalothrin) 75 ml/ha - früh nur gegen adulte Käfer; zunehmende Resistenz beachten. 

  • Carnadine (Acetamiprid) 0,2 Liter/ha - systemisch, kann neben adulten Käfern auch junge Larven erfassen. 

  • Exirel (Cyantraniliprole) 0,4 Liter/ha - erfasst Larven und Adulte; insbesondere bei vorhandener Resistenzproblematik interessant. 

  • Minecto Gold (Cyantraniliprole) 100 g/ha - ebenfalls gegen Larven und Adulte. 

Praxistipp: Für Exirel und Minecto Gold besteht 2026 eine Notfallzulassung gegen Rapserdfloh in Raps!

 

Wachstumsregulierung - Früh gesäte Bestände erreichen mancherorts bereits das 5-Blattstadium. Eine frühe Regulierung fördert einen kompakten Vegetationskegel, bessere Winterhärte und kräftiges Wurzelwachstum.

Moderate Regulierung: 

  • Folicur (Tebuconazol) 0,75 bis 1,0 Liter/ha 

  • Tilmor (Prothioconazol + Tebuconazol) 0,75 bis 1,2 Liter/ha

Bei starkem Einkürzungsbedarf: 

  • Toprex (Difenoconazol + Paclobutrazol) 0,35 bis 0,5 Liter/ha 

  • Carax (Metconazol + Mepiquatchlorid) 0,5 bis 0,7 Liter/ha 

  • Architect (Mepiquatchlorid + Pyraclostrobin + Prohexadion) 1,2 bis 1,6 Liter/ha + Turbo (Ammoniumsulfat) 0,6 bis 0,8 kg/ha 

Bei ungleichmäßigen Beständen gilt: Der Behandlungstermin sollte sich an den größten bzw. am weitesten entwickelten Pflanzen orientieren.

Praxistipps: Die kleineren Pflanzen nehmen aufgrund ihrer geringeren Blattmasse und kleineren Blattoberfläche weniger Wirkstoff auf. Dadurch ist die Wirkstoffbelastung geringer und in der Regel keine Schäden zu erwarten. 

Wichtig: Metconazolhaltige Mittel wie Carax nicht einsetzen, wenn zuvor Belkar oder LaDiva angewendet wurde. Aufgrund möglicher Unverträglichkeiten.

Borversorgung - Die Herbstversorgung sollte etwa 300 bis 500 g Bor/ha umfassen. Bei mehreren Überfahrten die Gesamtmenge sinnvoll auf mehrere Termine aufteilen.



 

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