Winterraps – Rapssamen kann jetzt gut keimen
Wichtige Informationen aus dem Kreis Ludwigsburg vom 01.09.2026
„Nach den immer wiederkehrenden Niederschlägen der letzten Tage ist nun genügend Feuchtigkeit im Oberboden, so dass die Rapssamen gut keimen können,“ so das „Beratungsseptett“ A. Brugger, F. Grötzinger, F. Abel, R. Ballreich, A. Lehnhoff, A Läpple, und W. Pfitzenmaier vom Landwirtschaftsamt Ludwigsburg mit Blick in ihr Beratungsgebiet.
Schnecken - Nach oder direkt vor der Aussaat sollte mit der Schneckenkontrolle begonnen werden. Die Kontrolle kann mit Hilfe von Jutesäcken, Brettern oder Schneckenfolie durchgeführt werden. Um auch abwandernde Schnecken erfassen zu können, kann ein Metaldehyd-haltiges Schneckenkorn unter die Fangstelle gelegt werden. Der Bekämpfungsrichtwert liegt bei 1 Schnecke pro Kontrollstelle.
Erdfloh - Nach der Aussaat beginnt ebenfalls umgehend die Befallserhebung des Rapserdflohs. Der Bekämpfungsrichtwert liegen hier bei 10% Lochfraß der Keim-/Laubblätter bis zum 3-Blattstadium. Zudem sollte eine Gelbschale aufgestellt werden. Graben Sie die Gelbschale etwas in den Boden ein, da die Rapserdflöhe zufällig in die Schale hüpfen, die Farbe Gelb löst keine besondere Anziehung bei diesem Insekt aus.
Praxistipps: Der Befall mit Erdflöhen war bei uns in den letzten Jahren größtenteils moderat. Aus anderen Landkreisen wissen wir aber, dass Erdflöhe v.a. im Jahr 2025 schlagartig aufgetaucht sind und teilweise schlagkräftig genug waren, um auflaufende Bestände so zu minimieren, dass ein Umbruch notwendig wurde. Um dies zu vermeiden, ist das regelmäßige Kontrollieren der Schläge unabdingbar.
Achtung: Probennahmen aus 2025 haben ergeben, dass es auch bei uns in der Region große Anteile an Erdflöhen mit einer „super-knockdown-Pyrethroidresistenz“ gibt. Es ist aber auch anzunehmen, dass die Verteilung der Resistenzen sehr unterschiedlich ist. Folglich könnten Sie im ersten Bekämpfungsschritt, sofern notwendig, mit einem Pyrethroid arbeiten, dass der Druck bestenfalls durch das Ausschalten der noch nicht resistenten Typen im frühen Stadium reduziert wird und sich der Raps weiterhin entwickeln kann.
Praxistipps: Sofern die Pflanzen die erste kritische Phase überstanden haben, gilt es dennoch weiterhin das Vorkommen per Gelbschale zu beobachten. Ca. 4 Wochen nach dem Einflug der Erdflöhe in den Bestand, können erste Larven in den Rapspflanzen vorkommen. Ab dann gilt der Grundsatz, dass eine Rapspflanze 3-maximal 5 Rapserdflohlarven kompensieren kann. Größeres Vorkommen von Larven in den Blattstielen und Vegetationskegeln führen u.U. zum Aufplatzen der Triebe bei Frost über den Winter, Absterben der Pflanze usw..
Pflanzenschutzmittel - Das BVL hat per Notfallzulassung Exirel und Minecto Gold mit dem Wirkstoff Cyantraniliprole zur Bekämpfung des Erdflohs zugelassen. Außerdem ist Carnadine mit dem Wirkstoff Acetamiprid zugelassen. Mit diesen 3 Produkten stehen systemische Mittel zur Verfügung. Die Cyantraniliprole-Produkte wirken auch auf den adulten Erdfloh, Carnadine aufgrund seiner geringen Kontaktwirkung dagegen nicht.
Praxistipps: In einer Spritzfolge wäre somit bei Bedarf nach einem Pyrethroid (mit vermutlich deutlicher Geringwirkung) der Einsatz von Exirel/Minecto Gold und im Falle von langem Zuflug/langanhaltender Eiablagen einer Nachbehandlung mit Carnadine möglich. Dies wird aber nur im absoluten Notfall, also bei langanhaltendem Zuflug von Erdfloh empfohlen!