Winterraps - Resistente Rapsglanzkäfer?
Wichtige Informationen aus dem Hohenlohekreis vom 23.03.2026
„Wir erwarten Temperaturen über 15°C und der schon eingesetzte Zuflug an Rapsglanzkäfern wird wieder zunehmen,“ so die örtliche Kenntnis des Kupferzeller Beratungstrio B. Weiss, M. Wahl und B. Weger vom Landwirtschaftsamt mit der Ergänzung: „Der Rapsglanzkäfer sucht bekanntermaßen in den geschlossenen Knospen nach Nektar und zerstört diese dabei.“
Der Rapsglanzkäfer bevorzugt die am weitest entwickelten Pflanzen und Triebe, weshalb es vorkommt, dass vor allem der Haupttrieb betroffen ist und Nebentriebe und auch kleinere Pflanzen gar nicht befallen werden. Ein gut entwickelter Raps kann einen Befall zu gewissen Teilen kompensieren, da in der Regel mehr Knospen vorhanden sind als für einen Vollertrag benötigt werden. Der Bekämpfungsrichtwert für den Rapsglanzkäfer liegt bei 10 Käfern/Haupttrieb.
Möglichkeiten bei Überschreitung des Bekämpfungsrichtwertes:
0,2 Liter/ha Trebon 30 (B2 Mittel => nur nach täglichem Bienenflug bis 23 Uhr!)
0,2 Liter/ha Mavrik Vita (B4 bienenungefährlich)
Hinweise:
Bei der Bekämpfung der Rapsglanzkäfer genügt es die Knospen des Rapses zu treffen. Damit die Konzentration der Spritzbrühe hoch bleibt, sollte die Wasseraufwandmenge auf 200 l/ha begrenzt werden.
Die Dauerwirkung der Insektizide ist sehr kurz. Für gute Wirkungsgrade müssen nach der Applikation unbedingt Temperaturen von über 12°C, besser 15°C erreicht werden, sodass auch eine aktive Aufnahme durch den Schädling möglich ist.
Der sogenannte Knock-down Effekt ist bei diesen Insektiziden nicht sonderlich ausgeprägt, weshalb es sein kann, dass nach der Applikation kein direkter Effekt sichtbar ist. Beim Abklopfen sind die Käfer noch aktiv und fliegen weg. Die Wirkung soll erst verzögert eintreten.
Die Wirkungsgrade der Insektizide gegen Rapsglanzkäfer sind überschaubar. Eine Bekämpfung sollte deshalb nur bei Starkbefall erfolgen. Mit jedem Einsatz werden die Tiere resistenter gegenüber dem Wirkstoff.
Die Pyrethroide Klasse II wie z.B. Karate Zeon, Nexide, Shock Down, Sumicidin Alpha, Decis forte, usw. haben im Hohenlohekreis bereits keine Wirkung mehr. Die Rapsglanzkäfer sind resistent.