Winterraps – Saatbeet geht immer vor Saatzeit!

Wichtige Informationen aus dem Landkreis Karlsruhe vom 07.08.2026

 

„Es bleibt offenbar weiterhin trocken,“ so das renommierte Beratungstrio C. Erbe, B. Trautmann-Lutsch und A. Kästle vom Landwirtschaftsamt Bruchsal mit Blick in ihr Beratungsgebiet und die dort wohl dennoch bevorstehende Rapsaussaat. „Bei den aktuellen Preisaussichten für die Rapsernte 2027 überlegen viele Betriebe ihre Anbaufläche, im Rahmen einer sinnvollen Fruchtfolge, auszudehnen oder die Kultur neu im Betrieb zu etablieren.“ Im Gegenzug bestätigen die just bei uns eingegangenen Untersuchungsergebnisse aus dem Probezeitraum Frühjahr 2026, dass im gesamten Gebiet die so genannte „sKDR“ (Resistenz der Pyrethroide gegen den Rapserdfloh) vorliegt und eine Bekämpfung, wie wir sie bisher gewohnt waren (z.B. mit Karate Zeon) nicht mehr möglich ist. 

 

Der folgende Beitrag soll eine Hilfestellung sein, wie die Etablierung eines Rapsbestandes trotzdem gelingen könnte. Wobei über allen Maßnahmen der Vorsatz steht, dem Raps eine ungestörte Jugendentwicklung zu ermöglichen, damit er den Fressattacken der Rapserdflöhe davonwächst.

 

Beizung - Ganz gleich welche Ausstattung Sie bei der Beize gewählt haben oder wählen, eine Bekämpfung gegen die Erdflöhe kann hier im besten Fall unterstützend wirken. Die Wirkungsdauer ist auf das Keimblattstadium beschränkt. Dennoch bieten die insektiziden Beizen Vorteile, da sie auf andere Schädlinge länger wirken und somit die jungen Rapspflanzen gegebenenfalls ungestörter wachsen lassen.

 

Saatbeet – Die Devise lautet: „Saatbeet geht immer vor Saatzeit!“ Die Herstellung eines optimalen Saatbettes für den Raps beginnt bereits bei der Ernte der Vorfrucht. Das Stroh muss kurz gehäckselt und gleichmäßig verteilt sein. Bei den folgenden Bodenbearbeitungsgängen ist immer auf den Wasserhaushalt zu achten. Verschwenden Sie kein wertvolles Keimwasser. Wir konnten feststellen, dass auf Flächen mit höherem Klutenanteil der Raps vom Erdfloh mehr geschädigt wurde. Dies liegt daran, dass die Käfer unter diesen Kluten optimale Rückzugsquartiere finden. Ein feinkrümeliges, gut abgesetztes Saatbeet ist grundsätzlich anzustreben. 

 

Saattermin/Saattechnik - Mit dem Wissen, dass wir mit den Pyrethroiden keine ausreichende Wirkung mehr gegen die Käfer und somit gegen den Lochfraß erreichen, müssen wir eine Schutzlücke von ca. 3 bis 5 Wochen (Stadium Keimblatt bis 4 echte Laubblätter) überbrücken. Im Schnitt der Jahre beginnt die erste starke Zuflugwelle ab dem 10. September. Sie kann aber auch früher oder später stattfinden, je nach Witterung. Ergo müssen wir verhindern, dass kleine Rapspflanzen auf einen starken Zuflug treffen. Konkret kann uns ein Auflauftermin der Rapssaat um den 25. August dabei helfen. Ohne Keimwasser braucht man um einen Saattermin nicht zu diskutieren. Unter schwierigen, trockeneren Bedingungen ist die Einzelkornsaat im Vorteil. Tief eingestellte Klutenräumer ermöglichen oft eine optimale Saattiefe von zwei bis drei cm in feuchtere Bodenschichten. Die nachfolgende Andruckrolle stellt den Kontakt zum Unterboden her.

 

Aussaatstärke - Eine generelle Erhöhung der Aussaatstärke sehen wir als kritisch. Optimale Aussaatstärken von knapp unter 30 Körner/m² bei der Einzelkornsaat und 35 bis 40 Körner/m² bei der Drillsaat sind für einen optimalen Bestand anzustreben. Sicherlich ist es richtig, dass sich bei mehr Pflanzen pro Fläche, die Anzahl der Käfer und danach auch die Anzahl der Larven mehr verteilt, aber gerade bei der etwas vorgezogenen Etablierung des Bestandes birgt es auch die große Gefahr des überwachsenes der Bestände und was noch bedeutender ist, eine schwierigere Applikation der Insektizidmaßnahme im Spätherbst, wenn wir dann mit unserer Spritzbrühe nicht mehr die Blattstiele im unteren Bereich treffen können (dazu in einem späteren Rundschreiben mehr).

 

Düngung - Für ein ungestörtes Wachstum in der Jugendphase müssen auch die notwendigen Nährstoffe zur Verfügung stehen. Dabei ist Stickstoff nicht alles, aber ohne Stickstoff ist alles nichts. Düngen Sie im Rahmen der Dünge VO nicht den gesamten Stickstoff gleich zur Saat, sonst geht den Pflanzen im Oktober/November „die Luft aus“ und sie werden gelb und violett. Bis Ende September kann nachgedüngt werden, gerne auf Basis eines Harnstoffdüngers.

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