Winterraps – Schwarzer Kohltriebrüssler und Rapserdfloh im Blick haben

Wichtige Informationen aus dem Landkreis Karlsruhe vom 03.11.2026

 

Die versierten amtlichen Pflanzenschutzberater C. Erbe, B. Trautmann-Lutsch und A. Kästel vom Amt Bruchsal informieren heute über den Stand der Entwicklung der Winterrapsbestände und den Besatz mit tierischen Schädlingen in ihrem Beratungsgebiet. 

 

Schwarzer Kohltriebrüssler - Der Zuflug des schwarzen Kohltriebrüsslers ist nahezu zum Erliegen gekommen. Dennoch gilt es weiterhin die eigenen Gelbschalen auf den Zuflug des schwarzen Kohltriebrüsslers zu kontrollieren. Typisch für den Käfer sind die rot-braunen Fußenden. Es gibt auch Exemplare, die komplett schwarz auf der Rückenseite sind. Die Schadensschwelle liegt bei 10 schwarzen Kohltriebrüsslern in 3 Tagen. Praxistipps: Zum Einsatz können die „gängigen“ Pyrethroide wie z.B. Karate Zeon, Kaiso Sorbie, Shock Down, etc. kommen. Sollten Sie bis dahin Fragen haben, können Sie sich gerne an uns wenden. 

 

Rapserdfloh - Derzeit finden wir Larven in praktisch allen Beständen, die jedoch in aller Regel noch sehr klein und nicht sonderlich zahlreich sind. In den meisten Fällen kann daher noch mit einer Behandlung gewartet werden, um dann später möglichst viele Larven in der Rapspflanze zu erwischen. Aufgrund des Aktivitätsverlaufs der Adulten Erdflöhe müssen wir nämlich, wie schon 2025, mit einem langanhaltenden Larvenschlupf bis tief in den Winter rechnen. Derzeit denken wir, dass nächste Woche (KW46) einen guten Kompromiss darstellt. Sofern sich dieser Behandlungszeitpunkt bestätigen sollte werden wir Sie erneut informieren. 

Untersuchen Sie Ihre Pflanzen bereits jetzt auf Larvenbesatz um auszuschließen, dass ihre Bestände zu den besonders früh betroffenen gehören, wodurch auch eine frühzeitigere Behandlung notwendig wäre. Wir helfen Ihnen gerne bei Ihrer Entscheidung. Der Bekämpfungsrichtwert liegt bei 5 Larven pro Pflanze in gut entwickelten bzw. 3 Larven pro Pflanze in schwach entwickelten Beständen. 

Wir haben Ihnen eine Anleitung zur Larvensuche von unserem Kollegen B. Trautmann-Lutsch mit beigefügt. Sobald wir flächig behandlungswürdige Erdflohlarven vorfinden, werden wir spontan zwei Feldstunden im Raum Kraichgau und Stutensee anbieten. Zu diesem können Sie eigene Rapspflanzen zur Larvenbonitur mitbringen, um den Behandlungszeitpunkt für Ihren Betrieb besser zu ermitteln. 

Praxistipps: Eine eigene Kontrolle ist auch in Anbetracht der hohen Mittelkosten unumgänglich. Sollten Ihre Schläge behandlungswürdig sein, empfehlen wir den Einsatz von Exirel mit 0,4 Liter/ha oder Minecto Gold mit 0,1 kg/ha. Zulässig in BW sind max. 80 g/ha des Wirkstoff Cyantraniliprole für die Kultur bzw. je Jahr. Diese Wirkstoffmenge ergibt sich dann aus den zwei Behandlungen mit dem Produkt Exirel oder Minecto Gold. Bei der Larvenbekämpfung verbessert eine Zumischung von 1,0 Liter/ha Hasten die Wirkung des Produkts Minecto Gold; bei Exirel ist dies nicht nötig. Behandeln Sie mit mindestens 300 Liter/ha Spritzbrühe, damit der Wirkstoff an den Rapsstängel gelangt und dort von den Larven aufgenommen werden kann. Dies ist wichtig, da sich der Wirkstoff innerhalb der Pflanze nur von unten nach oben verteilt (translaminar). Werden die Rapsstängel um den Vegetationspunkt nicht mit Pflanzenschutzmittel benetzt, erfolgt somit kein Wirkstofftransport von der Blattspitze zum Blattstängel. Larven die sich im Blattstängel nahe des Vegetationspunkt befinden, werden somit nicht erfasst und können große Schäden anrichten.

Bei „überwachsenem“ Raps raten wir zum Einsatz von Carax vor der Behandlung mit Exirel/Minecto Gold. Carax lässt die Rapsblätter niederlegen und legt somit den Vegetationspunkt frei. Frost hat den gleichen Effekt wie Carax. Achtung: Kein Einsatz von Carax nach Belkar oder LaDiva! Bei Bedarf Beratung anfordern.

Tags