Winterraps – Tipps zur Schneckenbekämpfung

Wichtige Informationen aus dem Landkreis Ravensburg vom 04.09.2026

 

„Recht früh nach der Aussaat ist der junge Raps ist der jung auflaufende Raps ein Leckerbissen für Schnecken,“ so das renommierte Beratungstrios M. Längle, S. Löbner und M. Kreh vom Landwirtschaftsamt Ravensburg über die aktuelle Lage in ihrem Beratungsgebiet. „Deshalb gilt hier die Devise: die Schnecken checken!“ 

 

Der noch feuchte Boden fördert den Schneckendruck. Bei zu grobem Saatbett, vielen Ernterückständen und minimierter Bodenbearbeitung haben die Schnecken bessere Lebensbedingungen und Unterschlupfmöglichkeiten. Ein top Saatbett ist schon eine integrierte Pflanzenschutzmaßnahme!
Schauen Sie sich den Schneckenbefall zuerst auf den nebenliegenden Flächen mit Ausfallraps an, so erkennen Sie wie die Lage gerade ist. Diese Flächen sind für Schnecken besonders lockend.
Liegt kein Altraps in der Nähe so legen Sie geeignete Säcke, Bretter oder Steine auf die frisch gesäte Fläche. Zum Anlocken und besseren Erkennen legen Sie noch eine kleine Menge Schneckenkorn mit Metaldehyd darunter. Damit wird angelockt und sie hinterlassen eine Schleimspur. In den meisten Jahren ist eine Behandlung im äußeren Bereich der Fläche mit Schneckenkorn ausreichend und sinnvoll. Auf das ganzflächige Streuen kann oftmals verzichtet werden, da die Schnecken meist aus den Feldrändern oder aus angrenzendem Grünland in den frisch gesäten Rapsacker einwandern. Kontrollieren Sie trotzdem auch im inneren den Schneckenbefall, so können Sie individuell agieren. Die Bekämpfungsschwelle liegt hierbei bei einer Schnecke pro Kontrollstelle. Zur Bekämpfung der Schnecken sind zahlreiche Präparate mit dem Wirkstoff Metaldehyd oder Eisen-3-phosphat zugelassen. Bei Metaldehyd (Metarex, Limares, Axcela, Arinex,…) ist die Wirkung durch die Schleimspuren der vertrocknenden Schnecken direkt sichtbar, es hat eine geringe Toxizität auf Laufkäfer, Regenwürmer und Kurzflügler. Bei Eisen-3-phosphat (Sluxx, Derrex, Ferrex, Ironmax Pro, …) ist die Wirkung nicht sichtbar, es ist nicht schädigend für Nützlinge und ist auch im Ökolandbau zugelassen. Bitte beachten: bei allen Präparaten gilt die Auflage NT116: ein Eintrag des Mittels in angrenzende Fläche (wie z.B. Hecken, Feldraine, Wegränder,…) muss vermieden werden, also muss der Streuer eine randscharfe Ausbringung gewährleisten können. Nach dem 4-Blatt-Stadium richten die Schnecken meistens keinen nennenswerten Schaden mehr im Raps an.


Denken Sie dran: auch Schneckenkorn-Streuer benötigen die Prüfplakette für Pflanzenschutzgeräte. Liegen Ihre Flächen in Schutzgebieten, so denken Sie bitte daran die Dokumentationsvorgaben nach IPSplus einzuhalten. 

 

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