Winterraps – Zeit zum Handeln?
Wichtige Informationen aus dem Landkreis Schwäbisch Hall vom 11.09.2026
Die Temperaturen sollen sich nach aktuellem Stand in den kommenden Tagen weiterhin zwischen 20 – 25 °C bewegen. Am Sonntag könnte es stellenweise zu vereinzelten leichten Niederschlägen kommen. Große Regenmengen sind aktuell nicht in Sichtweite. „IN unserer Anbauregion ist der Raps überwiegend gut aufgelaufen bzw. läuft aktuell gut auf,“ so das amtliche Beratungstrios C. Seubert, N. Renner und S. Hörner vom Landwirtschaftsamt Ilshofen. „Je nach Saatzeitpunkt befindet sich weit entwickelter Raps jetzt fast schon in BBCH 14 während der spät gelegte gerade mit dem Spitzen beginnt.“ Nachfolgende Empfehlungen gelten regional.
Herbizideinsatz - Vielerorts ist bereits eine klassische Behandlung der „Butisane“ im Vorauflauf appliziert worden. Wo noch nichts behandelt wurde, liegen die Empfehlungen im frühen Nachauflauf weiterhin bei den unten genannten Mitteln wie Fuego Top + Gajus etc.. Auch Ausfallgetreideläuft extrem auf, warten Sie hier nicht zu lange ab. Behandeln Sie hier Ihre Flächen mit den bekannten „Fop-Mitteln“ wie ebenfalls unten aufgelistet.
Mögliche Herbizidanwendungen gegen v. a. Unkräuter in Winterraps (Vorauf bzw. früher Nachauflauf):
Butisan Gold oder Butisan Kombi mit 2,5 Liter/ha
Fuego Top (1,0 Liter/ha) + Gajus (2,0 Liter/ha) (ab BBCH 10: nicht im Vorauflauf)
Porafam Titan (0,5 Liter/ha) + Fuego (1,0 Liter/ha) (Porafam Titan Pack)
Fuego Top (1,3 Liter/ha)
und weitere…
Mögliche Herbizidanwendungen gegen Ausfallgetreide in Winterraps (Nachauflauf)
Agil S
Fusilade MAX (1,0 Liter/ha)
Targa Super
und weitere…
Praxistipps: Im weiteren Nachauflauf gibt es je nach Verunkrautung weitere Herbizide wie Effigo, Runway oder LaDiva. Der Schwerpunkt der Herbizidbehandlung sollte jedoch bei den frühen Behandlungen liegen, auch um die Teilwirkung von Metazachlor gegen den Ackerfuchsschwanz zu nutzen.
Ackerfuchsschwanz - Neben dem Ausfallgetreide läuft auch stellenweise bereits massiv Ackerfuchsschwanz auf. Schläge, die unter einem großen Ackerfuchsschwanzdruck leiden, müssen mit einem „Dim-Mittel“ behandelt werden. Hier darf man nicht alleine auf den Baustein „Kerb Flo“ im Spätherbst setzen.
Mögliche Herbizidanwendungen gegen Ackerfuchsschwanz
Select 240 EC + Radiamix (0,5 Liter/ha)
Brixton + FHS (u. a.) (0,7 Liter/ha)
Praxistipps: Wichtig ist, dass Sie den Fuchsschwanz für den bestmöglichsten Behandlungserfolg zwischen dem 2- und dem 3-Blatt-Stadium bekämpfen. Um eventuelle Schäden an den Rapsknospen vorzubeugen (welche erst im Frühling sichtbar werden) empfiehlt sich die Behandlung ausdrücklich bis maximal Anfang/ Mitte Oktober. Bitte achten Sie auf die zugelassene Aufwandmenge der Mittel im Raps und verwechseln Sie diese nicht mit den zugelassenen Aufwandmengen in der Zuckerrübe.
Schnecken - Achten Sie ebenfalls weiterhin auf Schnecken und kontrollieren Sie diese. Auch wenn dieser Sommer kein wirklicher Schnecken-Sommer war, ist trotzdem weiterhin Aufmerksamkeit geboten.
Erdflöhe - Aktuell sind uns noch keine großen Erdflohschäden bekannt, dennoch sollten die Gelbschalen nun spätestens jetzt in die Felder gestellt werden um diesen Schädling bonitieren zu können. Eigene Gelbschalen sind unerlässlich damit Sie eine Übersicht haben, was auf Ihren Flächen aktuell passiert bzw. wie hoch der Schaddruck tatsächlich ist.
Praxistipps: Erinnern Sie sich gerne nochmals an die extrem unterschiedlichen Fangzahlen im Landkreis im letzten Jahr zurück. Auch bezüglich der immer höheren Gefahr von Resistenzen des Erdflohs gegenüber der Pyrethroide müssen die potentiellen Insektizid-Applikationen möglichst optimal gesetzt werden. Nachfolgend die Bekämpfungsrichtwerte zum Erdfloh, bei Überschreitungen sind Behandlungen mit den bekannten zugelassenen Insektiziden möglich.
Schädling | Befallsfeststellung | Beobachtungszeitraum | Bekämpfungsrichtwert |
Rapserdfloh | Bonitur Lochfraß | Auflaufen bis 3-Blattstadium | 10% der Keim-/Laubblätter durch Fraß zerstört |
Gelbschale | bis 6-Blattstadium | 50 Käfer in 3 Wochen | |
Pflanzen und Blattstiele aufspalten | Oktober bis Dezember | 3 bis 5 Larven/Pflanze je nach Rapsbestand |