Gemüsebau – Tierische Schädlingspopulationen

Wichtige Informationen aus dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald vom 15.09.2026

 

Der renommierte und weit über die Landesgrenzen hinaus bekannte Gemüsebauexperte A. Altmann vom Landwirtschaftsamt im Breisgau-Hochschwarzwald informiert über den Besatz mit tierischen Schädlingspopulationen in Gemüsekulturen.

 

Lauchminierfliege - Nach heißen Sommern dauert es manchmal bis Ende September, bis die Lauchminierfliege ihre Sommerpause beendet. Auch in diesem Jahr ist noch keine zu sehen, auch nicht auf bekannten, frühen Befallsflächen. Wo die Kulturen mit Netzen geschützt werden sollen, sollten diese aber schon mal bereitgelegt werden. 

Möhrenfliege - Auch die dritte Generation der Möhrenfliege zeigt sich noch nicht, trotz etwas Niederschlag und einigen weniger heißen Tagen in den vergangenen zwei Wochen. 

Blattläuse - Im Kohl muss auf Mehlige Kohlblattlaus geachtet werden. In manchen Beständen hat sie große Ansiedlungen gebildet und macht schon Blattschäden. Wo viele Schwebfliegenlarven in den Blattlausherden wüten und die Kultur noch lange genug steht, damit sie ihr Werk zu Ende bringen können, kann noch zugewartet werden. Wo es an Nützlingen und verbleibender Zeit bis zur Ernte fehlt, sollte mit Insektiziden eingegriffen werden. 

Raupen - Die Lauchmotte macht sich weiterhin rar. Nur einzelne Exemplare, die sich ab und zu in eine Pheromonfalle verirren, beweisen, dass der Schädling noch existiert. 

Nach langem vergeblichem Bemühen schaffen es die Kleinen Kohlweißlinge doch noch, Nachkommen in die Welt zu setzen. Man findet ihre Raupen jetzt regelmäßig in allen Kohlarten und in Rucola – auch im Gewächshaus. In vielen Fällen sind Behandlungen nötig. 

Auch Salat sollte jetzt regelmäßig auf Raupen kontrolliert und bei Bedarf behandelt werden. Hier sind es vor allem Raupen der Gammaeule, die Fraßlöcher und Kot hinterlassen. Diese und die sehr ähnlichen der Gamma- oder Zweipunkteule (=Tomaten-Goldeule = tomato looper = Chrysodeixis chalcites) fressen auch am Laub von Tomaten, Gurke und Paprika, manchmal auch oberflächig an Früchten. Die Schäden sind derzeit meist noch tolerierbar, trotzdem sollte in den nächsten Tagen eine Behandlung gegen Raupen durchgeführt werden. Zum einen, weil deren Gegenspieler im Lauf des Septembers weniger werden, zum anderen, weil sich in nächster Zeit Raupen der Baumwollkapseleule zur Menagerie gesellen werden. Seit etwa zwei Wochen ist die Zahl deren Falter in den Pheromonfallen an fast allen Standorten sprunghaft angestiegen. Das lässt eine intensive Eiablage erwarten. Die Raupen bohren sich gleich nach dem Schlupf in Früchte und Kolben von Zuckermais, Tomaten, Erbsen, Bohnen u. a., wo sie kaum noch zu bekämpfen sind. Deshalb sollte eine Behandlung spätestens dann stattfinden, wenn man die ersten Einbohrlöcher entdeckt. Dann werden zumindest die Nachzügler erfasst. 

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