Sachkunde – Lager reinigen – Bedeutung nicht unterschätzen!

Wichtige Informationen aus dem Rems-Murr-Kreis vom 30.06.2026

 

Aufgrund der enormen Hitze reifen die Getreidebestände zusehends rasch ab. Die erste Wintergerste ist bereits im Tank. „Die Lagerhygiene darf trotz der Hitze und beginnenden Erntearbeiten nicht vergessen werden,“ so die langjährig renommierte und äußerst agile Pflanzenschutzexpertin A. Bäuerle vom Landwirtschaftsamt Rems-Murr-Kreis in Backnang.

 

Der Kornkäfer ist ein unliebsamer Gast in den Getreidelagern. Sein Befall nimmt stetig zu. Die effektivste Maßnahme zu Bekämpfung der wesentlichen Getreidelagerschädlinge ist die penible Lagerreinigung vor Einlagerung der neuen Ernte. Restbestände verfüttern oder ggf. umlagern, vor-her auf Schädlingsbefall kontrollieren. Alte und neue Ernte nicht zusammen lagern, da ein Schädlingsbefall meist vom überlagerten Getreide ausgeht.

Das geleerte Lager gründlich reinigen. Wände, Böden, Ritzen, Ecken, Fugen und Schächte säubern, dabei die Fördereinrichtungen nicht vergessen. Zum Abschluss einen leistungsfähigen Industriestaubsauger einsetzen. Konnte Feuchtigkeit eindringen, Abdichtungen erneuern. Glatte, staubfreie Wände und Böden sowie ausgebesserte Ritzen und Fugen verhindern, dass sich Schädlinge verstecken können. 

Wo Vorratsschädlinge wie Kornkäfer, Brotkäfer, Getreidekapuziner, Mehlmotten und andere festgestellt wurden, empfiehlt sich eine chemische Behandlung des leeren Lagerraums mit dem flüssigen K-Obiol EC 25, mit Talisma EC oder mit dem Stäubemittel SilicoSec. Dabei jederzeit Anwenderschutz beachten!

Praxistipps: Nützlinge können vorbeugend oder bei leichtem Befall in leeren Lagerräumen sowie bei gelagertem Getreide zum Einsatz kommen. Vorab Beratung nutzen. Weitere Informationen können dem aktuellen IP-Heft „Integrierter Pflanzenschutz 2026 – Ackerbau und Grünland“ auf S. 22/23 entnommen werden.

Tags