Obstkulturen vor Frost schützen (23.01.2026)
Starke Frosteinwirkung in Verbindung mit hoher Sonneneinstrahlung kann an Obstgehölzen, v.a. am Stamm eine Längsrissbildung verursachen. Diese kann Eintrittspforte für die nachfolgende Besiedlung von Bakterien und holzzerstörenden Pilzen bilden. Mit einer entsprechenden Schattierung z.B. durch Schilfmatten, Reisig oder Vlies kann kurzfristig noch der Frostrissbildung entgegengewirkt werden, sofern nicht schon rechtzeitig die Stämme geweißelt wurden.
Brom- und Himbeeren sowie Weinreben leiden häufig unter stärkeren Frösten, insbesondere wenn sie Barfrost, ohne schützende Schneeauflage, ausgesetzt sind. Zur Verminderung von Frostschäden können die Gehölzbasen dieser Arten ähnlich wie Rosen angehäufelt werden. Damit wird verhindert, dass die Wurzelballen zu schnell durchfrieren und bei wechselhafter Witterung einem ständigen Einfrieren und Auftauen unterliegen.
Als geeignetes Abdeckungsmaterial kann ein nicht zu festes Gemisch aus Erde und Laub dienen, welches ungefähr 15 cm hoch um die Gehölzbasis angehäufelt wird. Bei Weinreben und Brombeeren ist auch ein Schattieren bzw. Einschlagen der darüberliegenden Gehölzabschnitte (bis ca. 1 m Höhe) mit einem luftdurchlässigen Material wie Jute oder Vlies möglich.
Auch Erdbeeren, vor allem Neupflanzungen aus dem letzten Jahr und auf leichtem Standort stehend, können unter Frost, insbesondere bei wenig Schnee und sogenanntem Barfrost erhebliche Pflanzenschädigungen erleiden.
Um ein starkes Ausfrieren und eine weitere Verdunstung unter Sonneneinstrahlung zu vermeiden, können Vlies oder Reisigäste über die Pflanzen auf Kleinstflächen gelegt werden.