Ackerbau – Geschehen sehr unterschiedlich
Wichtige Informationen aus dem Rhein-Neckar-Kreis vom 07.05.2026
Heute blicken die beiden renommierten und landesweit bekannten amtlichen Pflanzenschutz- und Anbauexperten H. Gawron und G. Münkel aus dem Rhein-Neckar-Kreis kulturübergreifend auf den Unkraut- und Ungrasbesatz in Ihrem Beratungsgebiet.
Zuckerrüben - Das Unkrautgeschehen auf den Rübenflächen ist sehr unterschiedlich. Bedingt durch die Trockenheit haben die ersten zwei Herbizidbehandlungen nicht überall zum gewünschten Erfolg geführt. In diesen Fällen den Zeitintervall zur nächsten Applikation auf ca. 8 Tage verkürzen. Zu Mischungen nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.
Blattläuse sind auf unseren Monitoringflächen bis jetzt noch unterhalb des Bekämpfungsrichtwertes von 30% zu finden. Kontrollieren Sie in kurzen Abständen. Sollte der Bekämpfungsrichtwert überschritten werden, empfehlen wir bis zum 6 Blatt Stadium den Einsatz von 0,3 kg/ha Pirimor. Ab dem 6 Blatt Stadium kann auch 0,14 kg/ha Teppeki, Afinto (B2 Auflage) eingesetzt werden.
Sojabohnen - Bedingt durch die Trockenheit haben die Vorauflaufherbizide, wie in unserem letzten Rundschreiben bereits angekündigt, nicht überall gewirkt. Mit dem Produkt Clearfield Clentiga + Dash (1,0 + 1,0 Liter/ha) können im Nachauflauf die meisten Unkräuter noch kontrolliert werden. Wichtig ist der rechtzeitige Einsatz. Vor allem der Weiße Gänsefuß darf nicht größer sein als das 2. echte Laubblattpaar. Dies ist aktuell schon auf vielen Flächen der Fall. Nutzen Sie das Wochenende, wenn Sie noch behandeln müssen.
Mais - Am Wochenende steht in frühen Saaten die Herbizidbehandlung an. Die Bodenfeuchtigkeit ist gegeben, somit sind Mischungen aus Blatt- und Bodenpartner sinnvoll. Achten Sie auf eine gewisse Wachschicht auf den Maispflanzen, bevor Sie Herbizide ausbringen. Starke Ackerkratzdistel- und Windenplatten sollten im Vorfeld be-handelt werden z.B. mit Casper + Adigor. In Fruchtfolgen mit wenig Mais, Zuckerrüben und Sojabohnen kann oftmals auf einen Bodenpartner verzichtet werden. Dann muss die Herbizidmaßnahme bis zum 6 Blatt Stadium des Maises hinausgezögert werden, die Keimblätter werden dabei nicht mitgezählt.
Bitte beachten Sie folgende Auflagen
Nicosulfuronhaltige Mittel wie z.B. Elumis, Arigo, Diniro, Nicogan dürfen nur alle zwei Jahre auf der gleichen Fläche ausgebracht werden.
Der Wirkstoff Terbuthylazin ist in Wasserschutzgebieten (auch in ogl-Gebieten) verboten und auf allen anderen Flächen aufgrund der Versickerungsgefahr nicht gewünscht. Zudem darf auf derselben Fläche innerhalb von drei Jahren Terbuthylazin nur einmal mit max. 850 g Wirkstoff/ha eingesetzt werden.