Ackerbau – Jetzt behandeln…
Wichtige Informationen aus dem Kreis Ludwigsburg vom 05.11.2025
Das regional zuständige „Beratungsseptett“ F. Grötzinger, A. Brugger, F. Abel, R. Ballreich, A. Lehnhoff, A Läpple, und W. Pfitzenmaier informiert heute die Praxis in ihrem Beratungsgebiet über gute Zeitpunkte um in diesem Jahr die letzten Herbizidanwendungen zu fahren.
Wintergetreide - Später gesäte Wintergetreidebestände sollten trotz den Vorhersagen - die in den nächsten 8 Tagen von ausbleibendem Regen ausgehen - gegen Ackerfuchsschwanz behandelt werden, sofern die Fläche ein entsprechendes Ackerfuchsschwanz-Potential mit sich bringt. Die warmen Temperaturen bis zum Wochenende können die Keimung des Ackerfuchsschwanz nochmals begünstigen. Die vorhandene Bodenfeuchtigkeit durch Tau am Morgen reicht aus, um gute Wirkung zu erzielen. Gerstebeständen, die bereits behandelt wurden, wo der Ackerfuchsschwanz aber nicht ausreichend bekämpft wurde, kann über eine Herbstanwendung von Axial nachgedacht werden. Praxistipps: „Bitte kontrollieren Sie bereits behandelte Flächen nochmals.“ Die aktuelle Witterung bietet auch die Möglichkeit, mit dem Striegel noch eine mechanische Bekämpfung des Ackerfuchsschwanzes durchzuführen, um möglicherweise Pflanzenschutzmittel im Herbst einzusparen.
Winterraps - Der Einsatz von Propyzamid-Produkten (z.B. Kerb Flo, Milestone …) gegen Ackerfuchsschwanz in Winterraps sollte aufgrund der Temperaturen und ausbleibender Niederschläge noch etwas aufgeschoben werden. Für gute Wirkungsgrade müssen dauerhaft unter 10°C Tagestemperatur herrschen und für eine optimale Wirkung muss der Wirkstoff in den Wurzelhorizont mittels Niederschlag transportiert werden.
Der Herbst 2025 hat gezeigt, dass wir im Landkreis Ludwigsburg noch immer in der glücklichen Lage sind, dass sich das Rapserdflohpotential noch nicht so hochgeschaukelt hat wie in anderen Landkreisen (z.B. Karlsruhe, Rhein-Neckar-Kreis oder auch in anderen Bundesländern). Stand heute ist noch nicht bekannt, ob wir im Landkreis Erdflohgenotypen mit Pyrethroid-Resistenz in problematischem Ausmaß haben. Die Wirkungsgrade waren bisher zufriedenstellend - sobald aber pos. Ergebnisse amtlicher Proben vorliegen, werden wir darüber informieren.
Praxistipps: Für das Jahr 2026 möchten wir vorab bitten, sich an uns zu wenden, sollten außergewöhnlich viele Rapserdflöhe in den Beständen/Gelbschalen nach der Saat vorgefunden werden. Die zunehmende Rapsdichte kann eine solche Entwicklung begünstigen. Sollte dies so sein, ist es möglich, dass 2026 auch bei uns eine veränderte Bekämpfungsstrategie erfolgen muss.