Getreide – Gute Bedingungen für den Herbizideinsatz
Wichtige Informationen aus dem Main-Tauber-Kreis vom 09.03.2026
Das Wetter soll weiterhin mild bleiben und auch nachts sollen die Temperaturen teils deutlich über 0°C liegen. „Die warmen, sonnigen Witterungsbedingungen sorgen dafür, dass die Böden oberflächlich weiterhin gut abtrocknen und die Befahrbarkeit für die anstehende Sommergerstensaat gegeben ist,“ so der renommierte Pflanzenschutzexperte und versierte Berater T. Bender am Landwirtschaftsamt Bad Mergentheim in einer Kurzmeldung aus seinem Beratungsgebiet. „Die aktuelle Wetterlage bietet nun auch Gelegenheit für die Anwendung der Frühjahrsherbizide im Getreide - auch für Düngemaßnahmen und Insektizidmaßnahmen im Raps ist die Befahrbarkeit mittlerweile wieder akzeptabel geworden.“
Die Behandlungserfolge waren letzten Herbst gut. Trotzdem sollte vor allem bei hohem Besatz an Ungräsern eine Bekämpfung durchgeführt werden. Da der Erfolg bei kleinen Ungräsern am besten ist, empfiehlt es sich, möglichst früh zu behandeln. Leichte Nachtfröste sind kein Problem, wichtig ist nur, dass kein stärkerer Frost mehr kommt, passiert laut aktueller Wettermeldung in nächster Zeit auch nicht.
Bei der Mittelwahl ist auf einen Wechsel von Wirkstoffen mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen zu achten. Allerdings stehen aber auch keine neuen Wirkstoffe zur Verfügung. Auf Standorten ohne resistenten Ackerfuchsschwanz kann in der Wintergerste z. B. Axial 50 angewendet werden. Nach der Anwendung von Axial 50 kann es in Wintergerste aufgrund von Bodenfrost oder hoher Tag-/Nachttemperaturschwankungen zu Blattaufhellungen kommen. Diese verwachsen sich meist schnell. Die Wirkung von Axial 50 kann allerdings gegen gut etablierten Ackerfuchsschwanz unzureichend sein, vor allem durch die Zumischung von Pointer SX, Pointer Plus, Dirigent SX oder Wuchsstoffen und wuchsstoffhaltigen Mitteln. Deshalb ist es besser, Axial 50 solo und die genannten Mittel gegen breitblättrige Samenunkräuter fünf Tage später zu spritzen. Anstelle von Axial 50 kann gegen Windhalm auch z. B. Lentipur 700 (Wirkstoff: Chlortoluron) eingesetzt werden, das auch eine Nebenwirkung auf Ackerfuchsschwanz hat (bei Frühjahrsanwendung nicht in Zulassung ausgewiesen). Bitte achten Sie bei drainierten Flächen darauf, dass bestimmte Wirkstoffe erst ab dem 16.03. eingesetzt werden dürfen.
Gegen Ackerfuchsschwanz in Winterweizen stehen z.B. Atlantis Flex + Biopower, Attribut, Broadway bzw. Broadway Plus + Netzmittel, Incelo komplett u. a. zur Verfügung. Atlantis Flex, Attribut und Broadway wirken auch gegen Windhalm und mit der höchstmöglichen Aufwandmenge auch gegen Trespe.
Wenn gleichzeitig Klettenlabkraut (Bekämpfungsrichtwert 0,1 Pflanzen/m²) und weitere zweikeimblättrige Unkräuter (Bekämpfungsrichtwert 40 Pflanzen/m²) bekämpft werden müssen, können Breitbandherbizide, z. B. Atlantis Komplett, Broadway Plus + Netzmittel und Incelo komplett oder Tankmischungen mit den zuvor genannten Gräsermitteln zum Einsatz kommen. In Dinkel sind Atlantis Flex oder alternativ Broadway/Broadway Plus zugelassen.
Praxistipp: Das Zumischen von 30 Liter AHL (oder anderen Additivzusätzen) kann die Wirkung verstärken. Mischreihenfolge: 1. Produkt, 2. Formulierungshilfsstoff, 3. AHL, 4. Unkrautpartner (Optional: z.B. Pointer Plus).
Achtung: Bitte beachten Sie das Glyphosat-Verbot in Wasserschutzgebieten!
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