Getreide – Krankheiten nur vereinzelt auf alten Blättern

Wichtige Informationen des LRA Tübingen vom 10.04.2026

 

Der langjährig versierte, amtliche Anbauberater und Pflanzenschutzexperte A. Lohrer im Landkreis Tübingen berichtet heute aus den regionalen Getreidebeständen seines Beratungsgebiets. 

 

Sommergetreide - Auf vielen Standorten befindet sich das Sommergetreide zwischen Keimblatt- und 3-Blatt- Stadium. Ab dem 2-3-Blatt-Stadium der Kultur können mit dem Striegel gute Bekämpfungserfolge gegen Gräser und Kräuter in kleinen Entwicklungsstadien erzielt werden. Gute Bedingungen sollten sich wieder ab Mitte nächster Woche nach Abtrocknung der oberen Bodenschichten ergeben. 

Praxistipps: Wo keine Resistenzen vorliegen kann in Sommergerste gegen Ackerfuchsschwanz Axial 50 mit 1,2 Liter/ha, evtl. ergänzt um ein Netzmittel wie Dash, Hasten, Kantor, etc. eingesetzt werden. Bei Anwendungen ca. im 2-3-Blatt-Stadium des Ackerfuchsschwanz werden gute Wirkungen erzielt. Achten Sie auf gute Anwendungsbedingungen (>60% Luftfeuchtigkeit, möglichst windstill) und eine gute Benetzung, möglichst durch Doppelflachstrahldüsen. 

 

Wintergerste - Abhängig von Sorte, Aussaatdatum und Standort befindet sich die Wintergerste zwischen Ende Bestockung (BBCH29) und Übergang 1-2-Knoten-Stadium (BBCH 31-32). Letztgenanntes Stadium bietet einen guten Zeitpunkt für Wachstumsreglereinsätze in Wintergerste. Wenn notwendig können z.B. Mittel mit dem Wirkstoff Trinexapac (z.B. Moddus 0,3 – 0,5 Liter/ha) oder Prohexadion (z.B. Prodax 0,3 – 0,5 kg/ha) eingesetzt werden. Anwendungen empfehlen sich eher wieder ab nächster Woche bei strahlungsreicherer Witterung und höheren Temperaturen, damit die Mittel besser wirken. Bei mäßiger, rein mineralischer Düngung und standfester Sorte kann ggf. auch auf die Wuchsregulierung verzichtet werden, bei lageranfälligeren Sorten (überwiegend aus dem mehrzeiligen Sortiment) und viel organischer Düngung sind eher die höheren Aufwandmengen zu wählen.

Praxistipps: Fungizide sind auf den von uns beobachteten Schlägen derzeit nicht notwendig. Vereinzelt finden sich zwar Netzflecken auf den alten Blättern, diese Infektionen konnten sich aber nicht weiter entwickeln. Bei Infektionsbedingungen müssen diese Bestände aber regelmäßig kontrolliert werden.

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