Mais – Praxisgerechte Ideen zum Herbizideinsatz
Wichtige Informationen aus dem Landkreis Karlsruhe vom 07.05.2026
„Der Mais ist am Auflaufen bis zum 2 Blattstadium.,“ so die renommierten Pflanzenschutzexperten C. Erbe und B. Lutsch, vom Landwirtschaftsamt in Bruchsal mit der Ergänzung: „Meist sind die typischen Leitunkräuter wie z.B. weißer Gänsefuß oder Knötericharten aufgelaufen oder werden dies nach dem Regen tun.“ Sobald alle Unkräuter aufgelaufen sind, kann die Herbizidbehandlung erfolgen. Achtung bei der Bestimmung des Entwicklungsstadiums: Das Keimblatt hat eine abgerundete Blattspitze und wird nicht mitgezählt.
Generelles zur Herbizidbehandlung im Mais - Für eine ausreichende Ackerfuchsschwanzwirkung/Gräserwirkung sind die Sulfonylharnstoffe unabdinglich. Neben dem Wirkstoff Nicosulfuron, der in sehr vielen Generika (z.B. Primero, Nicogan…) verfügbar ist, kann auch Rimsulfuron („Cato“) bzw. die Wirkstoffe aus dem MaisTer Power eingesetzt werden. Beachten Sie aus Verträglichkeitsgründen beim Einsatz von Sulfonylharnstoffen die Einsatzbedingungen wie hohe Luftfeuchte und Nachttemperaturen >10°C sowie geringe Tag-/Nachttemperaturschwankungen. Lange bewährt und breit wirksam ist als Mischpartner der Wirkstoff Mesotrione (Callisto, Simba, Daneva…).
Praxistipps: Bei dem verbreitet vorkommenden Windenknöterich ist Peak als am wirkungsstärksten einzuschätzen. Die in mehreren Wellen auflaufende Hirse muss über Bodenpartner abgesichert werden. Nach dem Wegfall von Dual Gold wird hier die Hauptlast auf Spectrum oder dem neuen Produkt Merlin Flexx liegen. Ackerwinde kann ab 20 cm Trieblänge mit dem Wirkstoff Dicamba (Mais Banvel) bekämpft werden. Bei Ackerwinde + Disteln kann entweder Mais Banvel in einer hohen Aufwandmenge oder Casper + Adigor eingesetzt werden. Bei starkem Distel und/oder Windenbesatz empfehlen wir die gezielte Wurzelunkrautbehandlung ca. 3 Tage vor der klassischen Herbizidbehandlung durchzuführen.
Standorte mit sehr geringer Verunkrautung, ohne Hirse-Dauerwirkung, überwiegend blattaktiv | |
0,8-1,0 Nicosulfuron-haltiges Mittel + 0,8 Daneva/Callisto + 20 g Peak
Entspricht: 1,2 Liter Elumis + 20 g Peak (Elumis P Pack) | Preiswerte Mischung für Standorte ohne größerem Unkrautdruck. 32-40 g Nicosulfuron (→ blattaktive Gräserkomponente) + 80-88 g Mesotrione (z.B. Callisto) + 15-20 g Prosulfuron (Peak) |
1,5 Liter MaisTer Power | sehr gute Breitenwirkung inkl. Storchschnabel und Gräser. Auch bei trockenen Bedingungen. |
Mit Hirse - Kombination Boden-Blattaktiver Mittel | |
1,25 Liter Elumis + (20g Peak) + 1,0 Liter Spectrum | Hirse-Dauerwirkung über Zumischung des über den Boden wirkenden Spectrum. Bodenfeuchte nötig. Auf „Windenknöterichstandorten“ durch 20g Peak ergänzen. |
1,25 bis 1,5 Liter MaisTer Power + 0,3 Liter Merlin Flexx | Zulassung nur bis BBCH 12-13 |
1,0 Liter MaisTer Power + 1,0 Liter Spectrum | Hirse Dauerwirkung über Zumischung des über den Boden wirkenden Spectrum. Bodenfeuchte nötig. Bei größeren Ungräsern MaisTer Power-Menge etwas erhöhen. |
Beachten Sie nachfolgende, zwingend einzuhaltende Auflagen:
Nicosulfuronhaltige Mittel (Elumis, Motivell, Kelvin, Samson) dürfen nur alle zwei Jahre auf der gleichen Fläche ausgebracht werden (d.h. bei Mais nach Mais muss auf Maister Power ausgewichen werden)
Terbuthylazin ist in Wasserschutzgebieten (auch in ogl-Gebieten!) verboten und auf allen anderen Flächen aufgrund der Versickerungsgefahr nicht gewünscht. Zudem darf auf derselben Fläche innerhalb von drei Jahren Terbuthylazin nur einmal mit max. 850 g Wirkstoff/ha eingesetzt werden.
S-Metolachlor (u.a. Dual Gold, Gardo Gold). Seit 2025 verboten.