Mais – Praxisgerechte Ideen zum Herbizideinsatz

Wichtige Informationen aus dem Landkreis Karlsruhe vom 13.05.2026

 

„Der Mais ist am Auflaufen bis zum 3 Blattstadium,“ so die renommierten Pflanzenschutzexperten C. Erbe und B. Lutsch, vom Landwirtschaftsamt in Bruchsal mit der Ergänzung: „Meist sind die typischen Leitunkräuter wie z.B. weißer Gänsefuß oder Knötericharten aufgelaufen oder werden dies nach dem Regen tun.“ Sobald alle Unkräuter aufgelaufen sind, kann die Herbizidbehandlung erfolgen. 

 

Klassischerweise erfolgt die Herbizidbehandlung im 2 -3 Blattstadium des Maises, da dort die Verträglichkeit der eingesetzten Herbizide am höchsten ist. Achtung bei der Bestimmung des Entwicklungsstadiums: Das Keimblatt hat eine abgerundete Blattspitze und wird nicht mitgezählt. Anbei die sehr gut zusammengefasste Maisstrategie von N. Walldorf aus dem Neckar-Odenwald-Kreis, die auch auf unser Beratungsgebiet angewendet werden kann. 

Bereits letztes Jahr waren die Produkte Merlin Flexx und Dragster verfügbar. Merlin Flexx ist mit dem Wirkstoff Isoxaflutol überwiegend bodenwirksam und muss bis spätestens 3-Blattstadium bei feuchten Bedingungen ausgebracht werden. Die Verträglichkeit soll durch den Einbau eines Safeners gewährleistet werden. Dragster enthält den aus dem Cato bekannten Gräsewirksamen Wirkstoff Rimsulfuron und Thifensulfuron (aus Harmony SX - Ampferwirkung) und wird mit dem Formulierungshilfstoff Vivolt vermarktet. Cabadex ist eine Mischung aus Florasulam („Primus“) und Mesotrione und wird z.B. im Dragster Cabadex Pack vermarktet. Beim Wirkstoff Tritosulfuron (Arrat, Biathlon) ist die Zulassung ausgelaufen. Flufenacet („Aspekt“) muss dieses Jahr aufgebraucht werden.

Praxistipps: Falls für die Ackerfuchsschwanzwirkung nicht auf Sulfonylharnstoffe verzichtet werden kann, sind neben dem Wirkstoff Nicosulfuron, der in zahlreichen Generikas (z.B. Primero, Nicogan…) enthalten ist auch die Wirkstoffe Rimsulfuron (Cato, Dragster…) und Foramsulfuron (MaisTer Power) möglich. Beachten Sie aber die Einsatzbedingungen. Insbesondere ist eine hohe Luftfeuchte unabdingbar für den Wirkungserfolg. Geringe Tag-/Nachttemperaturschwankungen und hohe Nachttemperaturen sorgen für eine gute Verträglichkeit. Verschiedene Hirse-Arten nehmen an Bedeutung zu. Um diese sicher zu erfassen, sind Bodenpartner nötig. Hier können neben Spectrum auch Merlin Flexx (bis 3-Blatt) oder Sucessor 600 eingesetzt werden.

Beachten Sie auch die Auflagen: 

  • Nicosulfuronhaltige Mittel (Elumis, Motivell, Kelvin, Samson) dürfen nur alle zwei Jahre auf der gleichen Fläche ausgebracht werden (d.h. bei Mais nach Mais muss auf Maister Power ausgewichen werden) 

  • Terbuthylazin ist in Wasserschutzgebieten (auch in ogl-Gebieten!) verboten und auf allen anderen Flächen aufgrund der Versickerungsgefahr nicht gewünscht. Zudem darf auf derselben Fläche innerhalb von drei Jahren Terbuthylazin nur einmal mit max. 850 g Wirkstoff/ha eingesetzt werden. 

  • S-Metolachlor (u.a. Dual Gold, Gardo Gold). Seit 2025 verboten. 

Schwerpunkt-Empfehlungen 2026 

Grundmischung

+ Hirse-Dauerwirkung

Bemerkungen

Frühe Einsätze bis 3-Blattstadium

MaisTer Power Flexx

(1,25 +0,25)

Zulassung nur BBCH 12-13

Laudis + Callisto/Daneva + Spectrum

(2,0+0,5+0,8)

früher Einsatz bis 3-Blattstadium; sehr gute Hirsewirkung; Ackerfuchsschwanz befriedigend als Alternative bei Resistenzen.

Einsatz ab (3-) 4 Blatt

Nicosulfuronhaltiges Mittel + Daneva/Callisto + Peak

(0,8 bis1,0+0,8+20 g)

 

Entspricht:

Elumis + Peak (Elumis P Pack) (1,25+20 g)

(+ Spectrum 1,0)

preiswerte Mischung für Standorte ohne Hirse und größerem Unkrautdruck.

Nicosulfuron (32-40 g) (blattaktive Gräserkomponente)

+ Mesotrione (80-88 g)

+ Prosulfuron (15-20 g) (Knöterich!)

MaisTer Power

(1,25 bis) 1,5

sehr gute Breitenwirkung inkl. Storchschnabel und Gräser. Auch bei trockenen Bedingungen

Vivolt + Cabadex (Dragster Plus Pack)

(0,4 + 0,3 + 135 g)

breite Wirkung inkl. Ampfer, hoch aufgeladen in der Gräserwirkung

Diniro/Spandis + Adigor

(0,4 + 1,2)

preiswerte Mischung mit guter Knöterichwirkung; über Dicamba-Anteil wird Teilwirkung Winde erreicht

Praxistipps: Behandlungen gegen die Ackerwinde können ab 20 cm Trieblänge mit dem Wirkstoff Dicamba (Mais Banvel) erfolgen. Gegen die Distel ist der Wirkstoff Clopyralid („Effigo“) möglich.

 

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