Silomais – Mechanische Unkrautbekämpfung

Wichtige Informationen aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis vom 24.04.2026

 

„In der Jugendphase verträgt Mais keine Unkräuter, da er konkurrenzschwach ist,“ so die agile Pflanzenschutzberaterin K. Simon aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis im Vorfeld ihrer Empfehlungen für die Region.

 

Um Pflanzenschutzmittel zu reduzieren, kann eine mechanische Unkrautbekämpfung sinnvoll sein. Hierbei gibt es aber einiges zu beachten. Damit Striegel und Hacke exakt arbeiten können, ist es wichtig bei der Saatbettbereitung auf eine möglichst ebene und gut rückverfestigte Ackerfläche zu achten. Außerdem sollte der Reihenabstand des Sä- und Hackaggregates exakt auf einander abgestimmt sein. Unterschätzen Sie dabei nicht den Zeitaufwand für das korrekte einstellen von Sämaschine, Striegel und Hacke.

 

Mechanische Unkrautbekämpfung - Beim Striegeln werden kleine Unkräuter verschüttet. Mais der in 4-6 cm Tiefe abgelegt wurde, kann bei Bodentemperaturen über 10°C bereits wenige Tage nach der Saat intensiv blindgestriegelt werden. Voraussetzung dafür ist ein trockener, lockerer und schüttfähiger Boden. Wenn der Maiskeimling kurz vor dem Durchstoßen der Bodenoberfläche ist oder schon aufläuft, sollte nicht gestriegelt werden. Ab dem 1-2 Blattstadium (BBCH 11) kann im Nachauflauf wieder vorsichtig gestriegelt werde. Um Verluste auszugleichen die Aussaatstärke um etwa 10% erhöhen. Nachmittags sind die Maispflanzen elastischer und brechen nicht so schnell ab, wenn der Striegel sie berührt. Fahren Sie nicht zu schnell, damit die Maispflanzen nicht verschüttet oder schräg gestellt werden. Ab dem Zweiblattstadium (BBCH 12) kann mit einer Scharhacke gearbeitet werden. Hier können auch größere Unkräuter abgeschnitten werden. Dabei möglichst flach hacken, so dass die Unkräuter ganzflächig abgeschnitten, aber die Maiswurzeln nicht beschädigt werden. Die Schare sind möglichst nah an der Kultur zu führen ohne diese zu verschütten. Um ein Verschütten zu vermeiden, kann eine Schutzscheibe oder ein Schutzblech an der Scharhacke angebracht werden. Windiges, trockenes Wetter hilft, dass die Unkräuter schnell vertrocknen. Durch Anhäufeln lassen sich ab dem 6 Blattstadium (BBCH 16) gute Wirkungen erzielen. Da jede Bodenbewegung die Unkrautsamen zur Keimung anregt, darf der Unkrautbesatz nicht aus dem Auge verloren werden.

 

Praxistipps: Chemische und mechanische Verfahren können gut kombiniert werden, z.B. die Vorlage eines Bodenherbizids und nachfolgende Hackeinsätze. Auch hierbei wird Pflanzenschutzmittel eingespart. Bitte achten Sie bei den chemischen Verfahren auf den Grundwasserschutz: Glyphosat- und Terbuthylazin- Mittel dürfen in Wasserschutzgebieten und Heilquellenschutzgebieten nicht angewendet werden. Nicosulfuronhaltige Mittel haben ebenfalls NG-Auflagen. 

 

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