Winterraps – Bestände im Enzkreis blühen
Wichtige Informationen aus dem Enzkreis vom 13.04.2026
„Die Rapsbestände im Enzkreis haben überwiegend zu blühen begonnen,“ so die agilen, amtlichen Pflanzenschutzberater S. Nagel und F. Fuchs mit Blick in ihr Beratungsgebiet dem Enzkreis und der kulturspezifischen Ergänzung: „Frühsaaten befinden sich bereits im BBCH 63 (30% der Blüten geöffnet).“
Vermehrt wird das Vorkommen von Rapsglanzkäfern und Kohlschotenrüsslern in den Beständen beobachtet. Wie bereits im vergangenen Warndienst beschrieben, kann auf eine Behandlung gegen Rapsglanzkäfer verzichtet werden, sobald 10% des Rapses blühen und kein starker Befall der Seitentriebe (>10 Käfer pro Knospe) vorherrscht. Ab 10% geöffneter Blüten am Haupttrieb ist nicht mehr von einer Schädigung durch den Rapsglanzkäfer auszugehen.
Praxistipps: „Zur Ermittlung der Indikation für eine Behandlung gegen den Kohlschotenrüssler kontrollieren Sie bitte Ihre Bestände.“ Der Behandlungsschwellenwert liegt bei einem Käfer je Pflanze. Eine Bestandskontrolle erfolgt idealerweise in den frühen Morgenstunden bzw. am Abend, wenn die Aktivität der Rüssler geringer ist. Oftmals ist der Befall am Feldrand höher als in der Schlagmitte, ggf. kann bei Überschreiten der Schadensschwelle auch eine Randbehandlung ausreichend sein.
Hinsichtlich der Blütenbehandlung gilt zu beachten, dass besonders die Anbauintensität des Rapses innerhalb der Fruchtfolge eine entscheidende Rolle spielt. Sofern Sonnenblumen, Kartoffeln oder Erbsen in der Fruchtfolge stehen, sollten die Bestände und das Infektionsgeschehen intensiv beobachtet werden. Die Witterungsbedingungen während der Blüte sind ebenfalls von Bedeutung. Besonders in Anbetracht der vergangenen Niederschläge und der noch angekündigten Schauer im Lauf der Woche sind Bestandskontrollen von großer Bedeutung. Abgefallene Blütenblätter bieten in den nassen Blattachseln optimale Keimbedingungen für die Pilz-Sporen. Momentan können noch keine Anzeichen einer möglichen Infektion festgestellt werden.
Achtung: Gerne kann zur Prognose der schlagspezifischen Infektionssituation auf das Sclerotinia-Modell https://www.isip.de/mein-isip/aktuelles/ackerbau/raps/sklerotinia auf ISIP https://www.isip.de/ zurückgegriffen werden. Die Anwendung ist kostenlos, eine Anmeldung ist erforderlich.