Zuckerrüben – Bekämpfung notwendig?
Wichtige Informationen aus dem Hohenlohekreis vom 20.05.2026
„In den Zuckerrüben sieht man in Beständen auf warmen braunen Böden an Südhängen moderaten Befall vom Erdfloh,“ so das Kupferzeller Beratungstrio B. Weiß, M. Wahl und B. Weger vom Landwirtschaftsamt mit Blick in ihre Anbauregion. „Die Rüben wachsen dem Schädling derzeit aber davon, sodass in vitalen Beständen keine Bekämpfung mehr notwendig ist.“
An Randbereichen findet man in einigen Flächen verstärkten Befall mit Schwarze Bohnenlaus. Eine Bekämpfung ab nächster Woche bei wärmeren Bedingungen wäre mit 140 g/ha Teppeki ab dem 6- Blattstadium möglich. Kontrollieren Sie Ihren Bestand aber nicht nur am Rand, sondern auch in der Fläche, und wägen Sie die Notwendigkeit einer Behandlung gut ab.
Praxistipps: In der Regel ist eine Randbehandlung ausreichend. Die Pyrethroide z.B. Karate Zeon haben nur eine Teil- bzw. unzureichende Wirkung gegen Läuse. Für den Einsatz von Pirimor G, welches über die Dampf-phase wirkt, ist es derzeit zu windig. Sollte es windstiller sein, wäre eine Applikation von 300 g/ha Pirimor G eine Alternative zum Teppeki.
Herbizideinsatz - Aufgrund der feuchten Bedingungen kann von einer guten Bodenwirkung der eingesetzten Herbizide ausgegangen werden. Diese Bedingungen sollten unbedingt für eine Versiegelung unter anderem auch gegen Spätverunkrautung genutzt werden.
Folgende Mittel sind bei stärkerem Auftreten einzelner Unkräuter einsetzbar:
Hirse-Standorte - Bei Vorkommen von Hirsen ist der Zusatz von Spectrum sinnvoll. Im 6 Blattstadium können zum Metamitron (Goltix Gold, Goltix Titan, etc.) noch 0,6 l /ha Spectrum zugesetzt werden. Bei Vorkommen von Melde ist bei kleinen Unkrautpflanzen noch eine unterstützende Wirkung durch das Spectrum zu erwarten.
Ausfallraps und Knöterich - Bei vorhandenem oder noch erwartetem Ausfallraps und Knöterichen, macht die Zumischung von 0,25 Liter/ha Venzar Sinn. Bei Vogelknöterich ist eine hohe Aufwandmenge von mindestens 300 g/ha Phenmedipham erforderlich. Bei großem Vogelknöterich (siehe Bild) sind mindestens zwei Applikationen notwendig. Eine Zumischung von Spectrum sollte bei scharfen Mischungen unterbleiben!
Melde - Die Erfahrung in diesem Jahr zeigt, dass das Mittel Rinpode eine zufriedenstellende Wirkung gegen die Melde hat, gegen Winden- und Vogelknöterich aber nur unzureichend wirkt.
Windenknöterich - Bei Aufkommen von Windenknöterich wird die halbe Aufwandmenge eines Clopyralid-haltigen Mittels wie z.B. 100mLiter/ha Lontrel 600 benötigt. Eine Mischung mit Spectrum sollte aber unterbleiben!
Mögliche Varianten:
Versiegelung inklusive Hirse – 2,0 Liter/ha Goltix Gold + 0,25 Liter/ha Venzar + 0,6 Liter/ha Spectrum
Versiegelung Standard und Schwerpunkt Melde – 2,0 Liter/ha Goltix Gold + 0,25 Liter/ha Venzar + 0,03 Liter/ha Rinpode + 0,5 Liter/ha Hasten
Versiegelung und größere Unkräuter insbesondere Knöterich und Melde – 2,0 Liter/ha Goltix Gold + 1,0 Belvedere Duo + 0,5 Liter/ha Betasana SC + 0,03 Liter/ha Rinpode + 0,5 Liter/ha Hasten