Aktivität der Rapsglanzkäfer zunehmend
Der Winterraps hat sich mittlerweile deutlich gestreckt und die Hauptinfloreszenz ist inmitten der obersten Blätter gut sichtbar 32/51. In den Gelbschalen sind nur noch vereinzelt Stängelschädlinge zu finden. Dafür nimmt der Zuflug der Rapsglanzkäfer in die Gelbschalen, angelockt durch die gelbe Farbe, zu. Ab dem Knospenstadium sind die Gelbschalenfänge für die Befallsermittlung jedoch nicht mehr relevant, sondern die Anzahl der Rapsglanzkäfer pro Hauptknospe. Dazu unbedingt an mehreren Stellen im Schlag (nicht am Schlagrand) die Rapsglanzkäfer am Hauptrieb entsprechend Linienbonitur (nicht nur über dem Bestand ragende Pflanzen) zählen. Nur wenn im Mittel der Richtwert von mehr als 10 Rapsglanzkäfern pro Hauptknospe bis Blühbeginn erreicht wird, ist eine zielgerichtete Insektizidapplikation gegen Rapsglanzkäfer gerechtfertigt. Monitoringdaten der letzten Jahre haben gezeigt, dass der o. g. Richtwert zumeist nicht erreicht wurde und Maßnahmen gegen die Rapsglanzkäfer nicht notwendig waren. Eine effektive Bekämpfungsstrategie sollte sich am Auftreten der Schaderreger, dem Entwicklungsstand des Rapses und der Wetterprognose für die nächsten 3 bis 4 Tage orientieren.
Treten weiterhin Stängelrüssler in bekämpfungswürdiger Stärke und gleichzeitig vermehrt Rapsglanzkäfer auf, dann empfiehlt sich die Anwendung von Trebon 30 EC. Dabei ist die Bieneneinstufung des Mittels B2 zu beachten; eine Anwendung ist erst nach Ende des täglichen Bienenfluges möglich.
Die Acetamiprid-haltigen Mittel Mospilan SG bzw. Danjiri (B4, maximal 1 Anwendung) dürfen ab BBCH 51 bis 59 eingesetzt werden. Zur Vermeidung von Überschreitungen der Rückstandshöchstmengen von Acetamiprid in Honig ist der Einsatz in Kombination mit Netzmitteln untersagt (VV553).
Die B4-Mittel Mavrik Vita bzw. Evure mit dem Wirkstoff tau-Fluvalinat sind über das Stadium BBCH 59 hinaus anwendbar. Sobald sich die Blüten des Rapses öffnen (ab BBCH 60), geht jedoch das Schadpotential durch die Rapsglanzkäfer immer weiter zurück, da diese dann ungehindert an den Pollen der Rapsblüten gelangen. Damit besteht keine Bekämpfungsnotwendigkeit mehr.
Unbedingt beachten: Bei Tankmischungen von Insektiziden mit Fungiziden kann es zu Änderungen der Bienengefährlichkeit kommen!