Grünland – Richtige Pflege gegen Unkrautdruck

Nach den teils langen Frostperioden im Winter zeigen sich im Grünland regional Auswinterungsschäden. Mit Vegetationsbeginn sollte daher der Zustand der Grasnarbe überprüft werden. Eine Beurteilung ist sinnvoll, sobald eine korrigierte Temperatursumme von etwa 200 °C erreicht ist. Nicht jeder sichtbare Schaden ist dauerhaft, viele Bestände verfügen über ein gutes Regenerationspotenzial. Entscheidend ist eine gründliche Bestandsaufnahme: Lückenanteil, Verfilzung, Anteil unerwünschter Kräuter und Ungräser sowie Schäden durch Befahren, Tritt oder Tiere sollten dabei berücksichtigt werden. Auch die aktuelle Bodenfeuchte ist für die Wahl der Maßnahmen maßgeblich. Pflegemaßnahmen sollten nur bei ausreichend abgetrockneter Narbe erfolgen. Das Schleppen gehört zu den ersten Arbeiten im Frühjahr und dient unter anderem dem Einebnen von Unebenheiten, dem Verteilen organischer Reste sowie der Förderung der Bestockung. Durch Striegeln wird abgestorbenes Material entfernt, die Narbe belüftet und das Wachstum wertvoller Gräser angeregt. Eine Kombination aus Striegel und Walze kann die Regeneration zusätzlich unterstützen. Walzarbeiten sind insbesondere nach Frosthebungen sinnvoll, um den Bodenschluss wiederherzustellen und die Wasser- und Nährstoffversorgung zu verbessern. Dabei ist auf geeignete Bodenverhältnisse zu achten, um Verdichtungen zu vermeiden. Eine dichte, leistungsfähige Grasnarbe ist zugleich die wichtigste Grundlage für eine erfolgreiche Unkrautregulierung. Lücken und geschwächte Bestände begünstigen die Etablierung unerwünschter Kräuter und Ungräser. Bei größeren Narbenlücken (über etwa 10-20 %) sollte daher frühzeitig eine Übersaat oder Nachsaat erfolgen, um die Konkurrenzkraft der gewünschten Gräser zu sichern.

Wo sich Problemunkräuter bereits etabliert haben, kann ergänzend eine gezielte Bekämpfung erforderlich sein. Dabei gilt: Zunächst sollte die Bestandesführung optimiert werden, bevor chemische Maßnahmen in Betracht gezogen werden. Eine standortangepasste Pflege und Nachsaat bleibt die nachhaltigste Strategie zur Unkrautunterdrückung.

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