Getreide

Informationen und Entscheidungshilfen zu Sommer- und Wintergerste, Roggen, Triticale und Weizen.

Wachstumsregulierung

Problematik

Im intensiven Getreideanbau stellt der Einsatz von Wachstumsreglern eine wichtige Maßnahme zur Erzielung qualitätsgerechter und stabiler Getreideerträge dar. Durch gezielte Applikationen im Rahmen der Bestandesführung lassen sich Bestandesdichte sowie primär die Standfestigkeit in Abhängigkeit von Sorte, Standort, Pflanzenentwicklung und Witterung positiv beeinflussen. Qualitäts- und Ertragsverluste sind weitgehend vermeidbar. Erfahrungsgemäß hat die Jahreswitterung auf die Lagerneigung und Wirtschaftlichkeit dieser Maßnahmen einen großen Einfluss:

  • mit zunehmendem Stickstoffangebot erhöht sich die Lageranfälligkeit des Getreides
  • die Lageranfälligkeit ist sortenabhängig
  • sehr wüchsige Witterung erhöht die Lagergefahr

Maßnahmen

  • standfeste Sorten anbauen
  • ausgewogene N-Düngung

Allgemeine Grundsätze für den Einsatz von Wachstumsreglern

Nachfolgende Grundsätze sollten für einen optimalen Einsatz von Wachstumsreglern beachtet werden:

  • der optimale Einsatztermin wird weitgehend durch die Temperaturansprüche der Wachstumsregler (aktuelle Witterung) und erst in zweiter Linie durch das erreichte BBCH - Stadium mitbestimmt. Für eine gute Wirkung sollte wüchsiges Wetter (Temp. 10 - 15°C, hohe Lichtintensität, ausreichend Feuchtigkeitsreserven) vorhanden sein.
  • Für den Einsatz von chlormequathaltigen Halmstabilisatoren sind Tagesdurchschnittstemperaturen von mind. 8 - 10 °C und Nachttemperaturen > 5°C notwendig; ethephonhaltige PSM sowie Moddus benötigen Temperaturen im Bereich von 10 - 20°C, Medax Top von 7 - 20°C.
  • in Entwicklungsabschnitten mit intensivem Wachstum werden bessere Effekte erzielt, als in Phasen mit geringerer Pflanzenentwicklung
  • in Trockengebieten ist der frühe Anwendungstermin bei noch guter Wasserversorgung zu bevorzugen
  • weitentwickelte, dichte Bestände sind besonders lagergefährdet
  • der Anwendungszeitpunkt bestimmt Zielfunktion und Wirkung eines Wachstumsreglers entscheidend
  • zeitige Einsatztermine wirken sich in der Regel am effektivsten auf die Wachstumsregulierung aus, gestaucht werden nur die Internodien, die sich in der Streckungsphase befinden
  • je leichter der Standort, um so mehr Vorsicht bei Einsatz und Höhe der Aufwandmenge
  • bei zeitigem Chlormequateinsatz im Frühjahr beachten, dass Wurzelneubildung eingesetzt hat, um eine negative Auswirkung auf Wurzelwachstum und Beeinträchtigung des Wasser- und Nährstoffaneignungsvermögens zu verhindern
  • Cycocel regt bei früher Behandlung die Pflanze zur zusätzlichen Bestockung an. Je nach Standort und Aussaatstärke kann eventuell diese Eigenschaft im Frühjahr genutzt werden.
  • Wirkungsschwerpunkte von CCC sind die unteren, bei Ethephon die oberen Internodien
  • Jeder Wachstumsreglereinsatz stresst die Pflanze, der Einsatz ist deshalb auf das notwendige Maß (lagergefährdete Flächen) zu begrenzen
  • spezielle Gebrauchsanweisungen beachten

Aufwandoptimierung von Wachstumsregulatoren

 

Aufwandmenge abhängig vonAufwandmenge hochAufwandmenge niedrig
Lagerneigung der Sortehoch
 
gering
 
Anwendungszeitpunktfrühspät
Bodenartschwerleicht
N - Versorgunghochniedrig
Wasserversorgunggutschlecht
Bei Tankmischungen mit Fungizidenneinja
Temperatur zum Zeitpunkt der Behandlungniedrighoch