Zuckerrüben

Hier finden Sie Informationen und Entscheidungshilfen zu Blattläusen und Blattkrankheiten in Zuckerrüben.

Nematodenbekämpfung mit resistentem Ölrettich

Die Feinwurzeln von nematodenresistenten Ölrettich- und Senfsorten sondern, ebenso wie anfällige Wirtspflanzen, Lockstoffe ab, die den Nematoden zum Schlupf anregen. Die geschlüpften Larven wandern in das Wurzelgewebe ein. Der Resistenzmechanismus verhindert jedoch, dass sich der Entwicklungskreis schließt. Die Nematodenpopulation sinkt dadurch drastisch ab. Das gilt zzt. auch für solche Rübenzystenälchen, die sich an resistenten Zuckerrübensorten noch vermehren können.

Einen Überblick über die zugelassenen Senf- bzw. Ölrettich-Sorten findet sich im Internetangebot der LfL Bayern:

Senf- bzw. Ölrettich-Sorten aufgelistet mit der ihrer Anfälligkeit gegenüber Zystennematoden entsprechenden Einstufung

Zwischenfruchtanbau

(resistenter Ölrettich oder Senf werden nach frühräumenden Vorfrüchten, z. B. Gerste, Erbsen usw., als Zwischenfrucht angebaut.)

  • Ölrettich hat höhere Saatbettansprüche als Senf. Mit geeigneter Technik lassen sich jedoch sowohl Senf wie auch Ölrettich in den "Stoppel drillen".
  • Eine Pflugfurche begünstigt neben einem besseren Feldaufgang auch die Durchwurzelung des Bodens und kann so den Bekämpfungseffekt erhöhen. Bei unzureichender Stoppelbearbeitung kann die Pflugfurche jedoch zur Strohmattenbildung führen.
  • Ölrettich bewirkt zzt. eine stärkere Nematodenreduzierung als Senf.
  • Wichtig ist ein möglichst früher Aussaattermin. Denn nur ein gut entwickelter Pflanzenbestand mit tiefer und dichter Durchwurzelung des Bodens kann bei entsprechenden Temperaturen zu einer guten Nematodenbekämpfung führen.
  • Durch seine schnellere Entwicklung hat Senf eine größere Spätsaatverträglichkeit als Ölrettich.
  • Saatzeit: Ölrettich: Auflauf bis Mitte August Senf: Auflauf bis Anfang September
  • Saatstärke:Ölrettich: 22 - 25 kg/ha, Senf: 20 - 22 kg/ha
  • Um eine schnelle Jugendentwicklung zu fördern, ist eine Andüngung von 40 - 60 kg/N ha (mögl. schnell wirksame N-Form) sinnvoll.
  • Da die Entwicklungszeit begrenzt ist, sollten möglichst früh blühende Sorten zum Einsatz kommen. Besonders bei geringem Nematodendruck sind Sorten mit der Resistenznote 1 zu bevorzugen, da sie den Nematodenbesatz noch weiter absenken können.
  • Sowohl Ölrettich als auch Senf eignen sich zum Einsatz als Mulchsaat. Senf friert jedoch sicherer ab als Ölrettich. Um die Gefahr der Rettichbildung zu senken, sind entsprechende Sorten auszuwählen sowie die Aussaatstärke zu erhöhen.
  • Die längeren Ölrettichsorten hinterlassen Ausgang Winter mehr Mulchrückstände, was besonders auf erosionsgefährdeten Flächen von Vorteil ist.

Hauptfruchtanbau

(aktive Begrünung von Stilllegungsflächen)

  • Bei der Begrünung von Stilllegungsflächen sollte ausschließlich Ölrettich verwendet werden.
  • Generell kann auch mit dem Zwischenfruchtanbau eine gute Nematodenbekämpfung erreicht werden, durch Sommertrockenheit oder absinkende Temperaturen im Herbst wird das Verfahren jedoch unsicher. Im Hauptfruchtanbau steht eine ausreichend lange Vegetationszeit zur Verfügung und die Ansprüche für den Nematodenschlupf an Wasser und Temperatur sind gewährleistet. Deshalb sind hier in der Regel höhere Bekämpfungserfolge möglich.
  • Saatzeit: Ölrettich: Ende April (aktive Begrünung der Stilllegung bis 15.Mai vorgeschrieben)
  • Saatstärke: Ölrettich: 25 kg/ha
  • Keine Düngung auf Stilllegungsflächen
  • Sortenwahl: Sorten mit der Resistenznote eins können im Gegensatz zu 2er Sorten die Nematodenpopulation stärker reduzieren. Zzt. sind 7 Ölrettichsorten mit der Resistenznote 1 zugelassen, es ist jedoch nicht von allen Sorten Saatgut verfügbar.
  • Auf Stilllegungsflächen sind die kurzen, spätblühenden Sorten zu bevorzugen, da sie nicht so früh geschlegelt werden müssen.
  • Generell sollten die Bestände vor der Samenausreife abgeschlegelt werden.