Raps – Wachstums- und Krankheitskontrolle
Der Raps kommt aus dem Winter und geht ins Wachstum über. Im vergangenen Herbst war vielerorts wenig wachstumregolatorische Maßnahmen erforderlich. Ob eine wachstumsregulatorische Maßnahme im Frühjahr notwendig ist, ist nicht immer eindeutig zu bestimmen. Die Erfahrung zeigt, dass bei einer trockenen Witterung wie in diesem Jahr mit Wachstumsreglern und Fungiziden zurückhaltend gearbeitet werden sollte. Mehrerträge sind nicht in jedem Jahr zu erzielen und zu starke Einkürzungsmaßnahmen können auch Mindererträge bewirken. In nassen feuchten Frühjahren ist die Maßnahme mit Fungiziden zielführender als in trockenen Jahren. Auch das Phoma Auftreten geht in trockenen Frühjahren wie das aktuelle deutlich zurück. Sollten wieder vermehrt Niederschläge auftreten, können wieder verstärkt Infektionen auftreten. Auch wenn leichte Niederschläge in den nächsten Tagen vorhergesagt sind, werden diese wahrscheinlich keine größeren Infektionsereignisse fördern. Die Sorten zeigen mittlerweile auch eine gute Phoma-Resistenz.
Für Bestände die gute verteilt stehen (geringe Saatstärke/ Einzelkornsaat) ist die Lagerneigung und der Krankheitsdruck grundsätzlich geringer. Hier sollte auf eine Maßnahme verzichtet werden. Bei den übrigen Beständen muss wie beschrieben, das individuelle Risiko (Lager/ Krankheiten/ Sorte) abgeschätzt werden. Der optimale Applikationszeitpunkt ist dann BBCH 30-32 (auch „Bierflaschenhöhe, ca. 25 cm“ genannt).
Wenn die Lage nicht ganz klar ist, kann eine leichte Grundabsicherung mit 0,7-0,8 l/ha Folicur oder einem anderen zugelassenen Tebuconazol durchgeführt werden.
Für dichtere Bestände, die überwachsen sind, stärkere Lagerneigung droht ohne Herbstvorlage sind, frühe Augustsaaten und ein Phoma Auftreten beobachtet wird eignet sich 0,7 l/ha Tilmor oder 1,2 l/ha Architect.
Mischungen mit Bor-Düngern oder Insektiziden sind möglich. Bei Mischungen mit Insektiziden müssen die Auflagen des Bienenschutzes beachtet werden, da die Bienenschutzklasse herabgestuft sein kann.