Getreide

Informationen und Entscheidungshilfen zu Sommer- und Wintergerste, Roggen, Triticale und Weizen.

Gelbverzwergungsvirus: Symptome und Bekämpfung

Schadsymptome

  • Das Virus tritt sowohl in der Gerste, im Weizen, im Roggen und im Hafer auf.
  • Das Virus ist unterteilt in 5 Virusstämme, abhängig vom jeweiligen Überträger
  • Die Symptome variieren je nach Getreideart, Sorte, Temperatur und Nährstoffversorgung
  • Bei Infektionen in früh gedrilltem Getreide zeigen sich erste Symptome schon im Herbst
  • Die Blätter färben sich goldgelb bis orange und das Wachstum ist stark eingeschränkt
  • Die Vergilbung beginnt von der Blattspitze und geht über die Blattränder auf das gesamte Blatt über
  • Meist tritt eine Nekrose in den Leitbündeln auf
  • Die Pflanzen bestocken stark
  • Das Schossen und die Ährenbildung können ganz entfallen
  • Der Kornertrag und das Wachstum ist umso stärker gemindert, je früher die Pflanze infiziert wurde, früh infizierte Gerstenpflanzen sterben über Winter ab
  • Beim Hafer tritt die sog. Rotblättrigkeit, in Form von orangen Flecken auf den Blättern auf
  • Im Bestand wird meist eine nesterweise Ausbreitung der Symptome beobachtet
  • Anfälligkeit: Hafer>Gerste>Weizen>Triticale und Roggen

Nachweis

  • Das Virus ist weder mechanisch, noch mit Samen übertragbar.
  • Als Vektor fungieren über 20 Blattlausarten, die das Virus in persistenter Form übertragen
  • Die Läuse benötigen zwischen 1 - 12 Stunden zur Aufnahme des Erregers
  • Die Abgabe des Virus dauert von 30 Minuten bis zu mehreren Stunden
  • Bei Lebendüberwinterung der Läuse verbreiten diese im Frühjahr die Viren sofort wieder im Bestand
  • Bei einer Überwinterung im Ei, müssen sich die Tiere im Frühjahr erst wieder mit Viren an infizierten Pflanzen beladen
  • Als Nachweismethode aus Pflanzen wird der ELISA-Test an Blattsaft verwendet.
  • Einzelne Läuse können mit Hilfe der PCR auf eine Infektion untersucht werden

Maßnahmen zur Schadensminderung

  • Eine direkte Bekämpfung des Virus ist nicht möglich, hier kommen nur ackerbauliche Maßnahmen zum Tragen.
  • Extreme Frühsaaten vermeiden
  • Ausfallgetreide vor Auflaufen der Saat vernichten
  • Gegebenenfalls Vektor- (Blattlaus-) bekämpfung in Herbst und Frühjahr oder Beizung nach Warnhinweis
  • Lückenlosen und schnellen Feldaufgang fördern
  • Beachtung des amtlichen Warndienstes über Infektionsgefahr