Unkräuter und Ungräser
Feststellung des Besatzes mit Schadpflanzen
- Auszählung der vorhandenen Unkräuter und Ungräser rechtzeitig vor dem Nachauflauf-Bekämpfungstermin mit Hilfe eines Zählrahmens
- Artendifferenzierung evtl. mit Hilfe vorhandener Schadpflanzenbilder oder mittels Unkrautfibeln vornehmen, um richtige Herbizidauswahl zu ermöglichen.
Schadensschwelle
Zur guten fachlichen Praxis gehört, dass dem Herbizideinsatz eine Bonitur zur Ermittlung des Unkrautbesatzes vorausgeht. Diese Bonitur ist eine wesentliche Entscheidungshilfe zur Einschätzung über die Notwendigkeit einer Unkrautbekämpfung. Sie erleichtert die richtige Herbizidauswahl und die Festlegung der optimalen Aufwandmenge. Herbizidanwendungen aus allgemeinem Vorsorgedenken heraus sind strikt abzulehnen.
Maßnahmen zur Schadensminderung
- gezielte Unkrautkämpfung in der Fruchtfolge
- sorgfältige Stoppelbearbeitung
- Förderung der Konkurrenzkraft der Kultur durch optimale Bestandesführung
- Striegeln der jungen Bestände.
Basisempfehlung zur Bekämpfung Wintergetreide
Von den Maßnahmen zur Bestandesführung im Getreide besitzt die integrierte Bekämpfung von Unkräutern und Ungräsern einen hohen Stellenwert. Leider hat die mechanische Pflege im Getreide gegenwärtig nur eine untergeordnete Bedeutung. Die alleinige Nutzung mechanischer Verfahren führt im Wintergetreide in der Regel zu keinen befriedigenden Wirkungen. Der Einsatz des Striegels kann bei kleinen Unkräutern im Keimblattstadium auf schwach verunkrauteten Flächen ausreichend sein. Beste Ergebnisse werden bei schüttfähigem Boden sowie trockenem und sonnigem Wetter nach dem Striegeln erreicht. Der Wirkungsgrad beträgt bei zweimaliger Anwendung etwa 50 % (BÖRNER, 1995). Bei Frost sollte wegen der Gefahr von Pflanzenschäden nicht gestriegelt werden. Bei hochgefrorenem Getreide ist es ratsam, zuerst zu walzen und erst nach dem Anwachsen zu striegeln.
Alternativ können Herbizide zur Anwendung kommen. Sie sind bestimmungsgemäß und sachgerecht unter Beachtung umfangreicher Auflagen und Anwendungsbestimmungen zum Schutz unseres Ökosystems einzusetzen. Zur guten fachlichen Praxis gehört, dass dem Herbizideinsatz eine Bonitur zur Ermittlung des Unkrautbesatzes vorausgeht. Diese Bonitur ist eine wesentliche Entscheidungshilfe zur Einschätzung über die Notwendigkeit einer Unkrautbekämpfung. Sie erleichtert die richtige Herbizidauswahl und die Festlegung der optimalen Aufwandmenge. Herbizidanwendungen aus allgemeinem Vorsorgedenken heraus sind strikt abzulehnen.
Die Nachauflaufanwendung von Herbiziden ist vorzugsweise durchzuführen, da sie auf der Grundlage von Unkrautbonituren möglich ist. Die überwiegende Zahl der Herbizide kann durchgehend ab dem 3-Blatt-Stadium bis zum Ende der Bestockung des Getreides (BBCH 13-29) eingesetzt werden. In den letzten Jahren sind neue Herbizide auf den Markt gekommen, die sowohl für einen frühzeitigen Einsatz geeignet sind, aber auch noch in der Schossphase des Wintergetreides angewendet werden können.
Für Tankmischungen mit anderen Pflanzenschutzmitteln, Zusatzstoffen (Additiven) oder Blattdüngern müssen die Hinweise der Pflanzenschutzmittelhersteller beachtet werden. In der Regel sollten nicht mehr als drei Partner gemischt werden, da sonst Kulturpflanzenschäden, aber auch Wirkungsminderungen möglich sind.
Die Pflanzenschutzgeräte sind bei einem Wechsel vom Getreide in empfindliche Kulturpflanzenarten wie Raps oder Beta-Rüben gründlich zu reinigen!
Basisempfehlung zur Bekämpfung Sommergetreide
Die Unkrautbekämpfung kann sowohl im Herbst als auch im Frühjahr vorrangig mechanisch im Rahmen der Bodenbearbeitung erfolgen. Auf einen Glyphosateinsatz sollte i. d. R. im frühen Frühjahr verzichtet werden. Grund hierfür ist die oftmals wegen der noch niedrigen Boden- und Lufttemperaturen geringe Wüchsigkeit von Unkräutern/Ungräsern und die damit verbundene eingeschränkte Wirksamkeit von Glyphosat.
Sommergerste, aber auch Hafer und Sommerweizen entwickeln sich bei günstigen Wachstumsbedingungen sehr rasch und haben dann eine gute unkrautunterdrückende Wirkung. Bei geringer Ausgangsverunkrautung kann bei Bedarf im Nachauflauf gezielt gegen Unkräuter vorgegangen werden. Auf Mulchsaatflächen sollten im Nachauflauf vorrangig Blattherbizide eingesetzt werden, da die Wirkung von Bodenherbiziden durch die Mulchauflage eingeschränkt sein kann.