Zuckerrüben

Hier finden Sie Informationen und Entscheidungshilfen zu Blattläusen und Blattkrankheiten in Zuckerrüben.

Rizomania: Symptome und Bekämpfung

Schadsymptome

  • Nesterweise aufgehellte Blätter mit gelegentlichen gelb-grünen Flecken oder Aufhellungen im Bereich der Blattadern.
  • Bildung eines Wurzelbartes und Einschnürungen des Rübenkörpers im unteren Drittel durch gestörte Wasser- und Nährstoffaufnahme der Pflanze.
  • Braun verfärbte oder abgestorbene Leitbündelringe, die besonders bei einem Längsschnitt durch den Rübenkörper zu finden sind.
  • Teilweise Absterben der Pflanzen.
  • Bei Wassermangel schnelles Welken der Pflanzen, da die Wasseraufnahme stark reduziert ist.
  • Niedriger Zuckergehalt < 13 % Zucker in Kombination mit geringen -Amino-N-Werten < 8 mmol/1000 g Rübe und erhöhten Natriumwerten > 10 mmol/1000 g Rübe.
  • ELISA-Test ist mit Saft aus Seitenwurzeln (Wurzelbart) oder mit Saft aus einer Probe von der Hauptwurzelspitze möglich.
  • Aussagen über eine Infektion des Standortes können nur mit einem sog. Fangpflanzentest erfolgen (Laboruntersuchung mit infektionsverdächtiger Erde und eingesäter, anfälliger Rübensorte).
  • Eine chemische Bekämpfung der Krankheit ist bisher nicht möglich.

Maßnahmen zur Schadensminderung

  • Übertragung des Virus mit Hilfe des Bodenpilzes Polymyxa betae, deshalb eine Verschleppung der Pilzsporen mit Erde, Maschinen, Wasser oder Kleidung vermeiden (Übertragung mit Rübensaatgut, Nematoden oder Insekten bisher nicht bekannt!)
  • Beste Entwicklungsmöglichkeiten des Pilzes bei 15 20 °C Bodentemperatur, neutralem bis schwach alkalischem pH-Wert und hoher Wasserkapazität.
  • Kein überbetrieblicher Maschineneinsatz bzw. Reinigung der Geräte nach Einsatz in gefährdeten Gebieten.
  • Keine Rückführung der Erde aus Fabriken, die in ihrem Einzugsgebiet Früchte mit anhaftender Erde aus Befallsregionen verarbeiten.

Bekämpfung

Im Vorfeld der Rübenaussaat muss der Rizomania erhöhte Aufmerksamkeit entgegengebracht werden. Sie kann in Befallsgebieten zu Ertragseinbußen von über 50% führen und ist damit eine der wichtigsten Rübenkrankheiten überhaupt.

Eine Bekämpfung der Rizomania ist weder indirekt im Zuge der Fruchtfolge noch direkt über Pflanzenschutzmittel möglich. Auf jeden Fall sollten Bodenverschleppungen bei der Bewirtschaftung unterbunden werden. Trotzdem stellt sie heute, wenn sie erkannt und diagnostiziert wurde, keine Gefahr mehr für den Zuckerrübenanbau dar, da die Pflanzenzüchtung als Gegenmaßnahme tolerante Sorten entwickelt hat, die in Ertrag und Leistung dem Standardsortiment in nichts nachstehen.