Fruchtschalenwickler: Symptome und Bekämpfung

Schadsymptome

  • nach Austrieb Fraßschäden an Blütenknospen und Primärblättchen
  • punktförmiger Naschfraß (Eiraupen) bis flächiger Fensterfraß der Überwinterungsgeneration
  • Blätter zusammengesponnen, Larven unter eingerollten Blattspreitenpartien
  • Junglarven oft unter weißem Gespinst in Nähe der Mittelrippe, blattunterseits
  • Larven der Sommergeneration fressen an einzelnen oder zusammen gesponnenen Blättern, häufig an Triebspitzen der Neutriebe
  • Fruchtschäden: punktförmiger bis fl ächiger Muldenfraß, meist im Schutz eines angesponnenen Blattes, Frühschäden vernarben; Naschfraß der Larven der 2. Generation

Schaderreger

  • Falter: hellbraun bis graubraun mit netzartiger Flügelzeichnung, Flügelspannweite 18-22 mm
  • Überwinterung als Larve des 2. oder 3. Entwicklungsstadiums, ab Ende September in Gespinsten zwischen dürren Blättern, an Fruchtmumien oder am Fruchtholz
  • Aufwanderung der Überwinterungslarven ab Mausohrstadium; Fraß bis Mitte Mai, Verpuppung zwischen zusammen gesponnenen Blättern
  • 2 Generationen/Jahr: Falter der 1. Generation ab Ende Mai-Juni, 2. Generation ab Ende Juli-September Eiablage: 300 Eier/Weibchen, Eier glänzend gelb, fl ach; dachziegelartig als Eispiegel mit ca. 30- 100 Eiern auf Blattoberseite
  • Larvenschlupf nach ca. 10-14 Tagen; 2 Tage vor Larvenschlupf wird Kopfkapsel sichtbar ("Schwarzpunktstadium"), 5 Larvenstadien
  • Larve: gelbgrün, später oliv- oder dunkelgrün mit gelbbraunem Kopf und Nackenschild, 3 Brustbeinpaare, 4 Bauchbeinpaare, sehr lebhaft

Maßnahmen zur Schadensminderung und Bekämpfung

  • Überwachung mit Pheromonfallen, Fruchtholzproben und visuellen Kontrollen
  • Gegenspieler: Trichogramma-Arten, Schlupf-, Erz-, Brackwespen, Ohrwurm
  • Schaffung von Nisthilfen für Vögel
  • Bekämpfungstermine: Aufwanderungsgeneration: Vorblüte bis Ende der Blüte, 1. Generation ab Larvenschlupfbeginn, Folgebehandlungen in Abhängigkeit von Flugverlauf und Eiablageintensität
  • geeignete PSM: Schalenwickler-Granuloseviren, Bacillus thuringiensis-Präparate und organische Insektizide siehe Pflanzenschutzempfehlung

Bedeutung

  • regional wirtschaftlich relevante Schäden
  • zuletzt seltener im Kernobst
  • zunehmender Befall aber in Steinobst