Modell zur Prognose des BBCH-Stadiums in Wintergetreide

Das Entscheidungshilfesystem berechnet die Entwicklung der Wintergetreidearten Winterweizen, Wintergerste, Winterroggen und Wintertriticale nach dem BBCH-Code. Ziel ist es, Hinweise auf das Eintreten wichtiger Stadien zu geben. Dadurch können Beginn und Ende von Erhebungszeiträumen exakter festgelegt, sowie auch optimale Entscheidungs- bzw. Bekämpfungstermine berechnet und empfohlen werden. Auch der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln oder Düngemitteln kann besser terminiert und deren Wirkungsgrade optimal genutzt werden.

Ergebnisse richtig interpretieren

Die Prognose des Entwicklungsstadiums stützt sich auf die Temperatur und die Tageslänge (Photoperiode). Die Wasser- und Nährstoffverfügbarkeit, die auch eine wichtige Rolle für die Pflanzenentwicklung spielen, werden in der Berechnung nicht berücksichtigt.

Die Prognose der Entwicklungsstadien bildet eine wichtige Grundlage für weitere auf ISIP verfügbare Entscheidungshilfen, wie die Septoria- oder Halmbruchprognose. Dort dient sie zur Bestimmung relevanter Entwicklungsstadien, die für das Auftreten von Infektionsereignissen entscheidend sind. Weicht die prognostizierte Bestandesentwicklung von der tatsächlichen Situation im Feld ab, sollte das aktuelle BBCH-Stadium daher unbedingt manuell korrigiert werden, um eine möglichst zuverlässige Prognose zu gewährleisten.

Verlässliche Wetterdaten – Grundlage für präzise Prognosen

Herzstück aller Entscheidungshilfen auf ISIP sind tagesaktuelle und standortgenaue Wetterdaten. Dafür greift ISIP derzeit auf mehr als 1.100 Wetterstationen aus dem Messnetz des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sowie der Pflanzenschutzdienste der Bundesländer zurück. Auf Basis dieser Messdaten werden Temperatur und relative Luftfeuchte mithilfe eines Interpolationsverfahrens für jeden Standort in Deutschland berechnet – in stündlicher Auflösung und mit einer räumlichen Genauigkeit von etwa einem Quadratkilometer.

Auch die Niederschlagsmengen werden in derselben zeitlichen und räumlichen Auflösung ermittelt. Dazu werden die punktuell gemessenen Niederschlagsdaten der Wetterstationen mit den flächendeckenden Niederschlagsinformationen der 16 Wetterradare des DWD kombiniert.

Den Entscheidungshilfen ist außerdem eine dreitägige Wettervorhersage (heute, morgen und übermorgen) angeschlossen. Hierbei gilt unbedingt zu beachten, dass sich Prognoseergebnisse, die auf einer Wettervorhersage beruhen, weiterhin ändern können.

Die Ihrer Prognose zu Grunde liegenden Wetterdaten werden Ihnen unterhalb der Ergebnisdetails angezeigt. Zur Anzeige der Luftfeuchtigkeit klicken Sie bitte auf den ausgrauten Legendeneintrag.

Limitationen

  • Das Entscheidungshilfesystem bewertet ausschließlich die standortspezifischen Witterungsbedingungen 
  • Der Einfluss von Sorteneigenschaften wird nicht berücksichtigt
  • Kahlfröste können zu Abweichungen in der Prognose führen

Weiterführende Informationen

Das Entscheidungshilfesystem für die Prognose der Blattkrankheiten im Getreide wurde vom Julius Kühn-Institut für Strategien und Folgenabschätzung in Zusammenarbeit mit der Zentralstelle der Länder für EDV-gestützte Entscheidungshilfen und Programme im Pflanzenschutz (ZEPP) und den Landespflanzenschutzdiensten entwickelt. Weiterführende Informationen und Ansprechpartner finden sie unter www.ZEPP.info