Septoria an Winterweizen

Das Entscheidungshilfesystem berechnet, ob die Witterungsbedingungen für Neuinfektionen von Zymoseptoria tritici günstig waren und eine Infektion auf den oberen drei Blattetagen (F bis F-2) stattgefunden hat. Wird eine Neuinfektion prognostiziert, so beginnt das System mit der Berechnung der Inkubationszeit (= Zeit bis zum Auftreten sichtbarer Symptome). Die Inkubationszeit ist stark temperatur- und Sortenabhängig und kann zwischen 14 und 35 Tagen betragen. 

Behandlungszeitpunkt bestimmen

Eine Erstbehandlung wird empfohlen, wenn Ausgangsbefall auf älteren Blättern gefunden (Feldkontrolle erforderlich!) wurde und eine Neuinfektion auf der drittoberen Blattetage (F-2) prognostiziert wurde. Ohne Ausgangsbefall auf den älteren Blättern kann abgewartet werden, bis eine Infektionen auf den nächsthöheren Blattetagen prognostiziert wurde. Die Behandlung sollte innerhalb des angegebenen Behandlungsfensters (blauer Fortschrittsbalken) erfolgen. Das Behandlungsfenster umfasst den Zeitraum von der Erstinfektion bis zum Ablaufen von 30 % Inkubationszeit. Nach Ablaufen von 100 % Inkubationszeit können Symptome im Feld sichtbar werden, siehe „Symptome ab: …“.

Ergebnisse richtig interpretieren

Jede Blattetage kann frühestens infiziert werden, wenn mindestens 20 % der maximalen Blattgröße erreicht sind. Dazu wird das schlagspezifische Entwicklungsstadium im Hintergrund berechnet. Sollte das prognostizierte Entwicklungsstadium von der tatsächlichen Situation im Feld abweichen, so sollte dies zwingend in den Schlagangaben angepasst werden. Dazu steht Ihnen eine Optionale Korrektur des BBCH-Stadiums zur Verfügung. Geben Sie dort das beobachtete BBCH-Stadium sowie das Datum der Beobachtung ein!

In den Ergebnisdetails kann nachvollzogen werden, welche Blattetage bereits (teilweise) entwickelt ist und potentiell infiziert werden kann (Infektionswahrscheinlichkeit nach Blattetage). Der im Hintergrund auf Basis Ihrer Schlagangaben berechnete Verlauf der Bestandesentwicklung (BBCH) wird Ihnen unterhalb der Ergebnisdetails angezeigt.

Verlässliche Wetterdaten – Grundlage für präzise Prognosen

Herzstück aller Entscheidungshilfen auf ISIP sind tagesaktuelle und standortgenaue Wetterdaten. Dafür greift ISIP derzeit auf mehr als 1.100 Wetterstationen aus dem Messnetz des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sowie der Pflanzenschutzdienste der Bundesländer zurück. Auf Basis dieser Messdaten werden Temperatur und relative Luftfeuchte mithilfe eines Interpolationsverfahrens für jeden Standort in Deutschland berechnet – in stündlicher Auflösung und mit einer räumlichen Genauigkeit von etwa einem Quadratkilometer.

Auch die Niederschlagsmengen werden in derselben zeitlichen und räumlichen Auflösung ermittelt. Dazu werden die punktuell gemessenen Niederschlagsdaten der Wetterstationen mit den flächendeckenden Niederschlagsinformationen der 16 Wetterradare des DWD kombiniert.

Den Entscheidungshilfen ist außerdem eine dreitägige Wettervorhersage (heute, morgen und übermorgen) angeschlossen. Hierbei gilt unbedingt zu beachten, dass sich Prognoseergebnisse, die auf einer Wettervorhersage beruhen, weiterhin ändern können.

Die Ihrer Prognose zu Grunde liegenden Wetterdaten werden Ihnen unterhalb der Ergebnisdetails angezeigt. Zur Anzeige der Luftfeuchtigkeit klicken Sie bitte auf den ausgrauten Legendeneintrag.

Weiterführende Informationen

Das Entscheidungshilfesystem für die Prognose der Septoria-Blattdürre an Winterweizen wurde von der Zentralstelle der Länder für EDV-gestützte Entscheidungshilfen und Programme im Pflanzenschutz (ZEPP) in Zusammenarbeit mit den Landespflanzenschutzdiensten entwickelt. Weiterführende Informationen und Ansprechpartner finden sie unter www.ZEPP.info