Modell zur Prognose des Halmbruchbefalls in Wintergetreide
Das Entscheidungshilfesystem schätzt das Befallsrisiko durch Halmbruch an Winterweizen, Winterroggen und Triticale ein und leitet daraus eine Behandlungsempfehlung zum Entwicklungsstadium BBCH 32 (Zwei-Knotenstadium) ab. Für Berechnung des schlagindividuellen Halmbruchrisikos werden die standortgenauen Wetterdaten hinsichtlich günstiger Infektionsbedingungen analysiert. Dies gilt sowohl für das aktuelle Anbaujahr als auch für die beiden Vorjahre. Darüber hinaus werden die angebaute Sorte, die Fruchtfolgegestaltung und der Aussaattermin berücksichtigt.
Ergebnisse richtig interpretieren
Das Entscheidungshilfesystem prognostiziert bei Erreichen des Zwei-Knotenstadiums (BBCH 32), also zum Zeitpunkt an dem die Entscheidung über die Halmbruchbehandlung erfolgen muss, den zu erwartenden Endbefall. Dieser ist im Feld erst beim Eintreten der Milchreife (BBCH 75) feststellbar. Um das Eintreten der relevanten Entwicklungsstadien abschätzen zu können, wird die individuelle Bestandesentwicklung auf Basis des eingegebenen Aussaattermins, des Standortes und den daraus abgeleiteten Wetterdaten berechnet.
Der im Hintergrund auf Basis Ihrer Schlagangaben berechnete Verlauf der Bestandesentwicklung (BBCH) wird Ihnen unterhalb der Ergebnisdetails angezeigt. Sollte das prognostizierte Entwicklungsstadium von der tatsächlichen Situation im Feld abweichen, so sollte dies zwingend in den Schlagangaben angepasst werden. Dazu steht Ihnen eine Optionale Korrektur des BBCH-Stadiums zur Verfügung. Geben Sie dort das beobachtete BBCH-Stadium sowie das Datum der Beobachtung ein!
Aus den Ergebnissen kann dann die Notwendigkeit einer Halmbruchbekämpfung abgeschätzt werden.
Das Halmbruchrisiko wird in drei Klassen eingeschätzt:
- < 25 % Starkbefall à keine Behandlung erforderlich
- 25 – 40 Starkbefall à Behandlung kann erwogen werden
- > 40 % Starkbefall à Behandlung empfohlen
Empfiehlt Ihnen das System eine Behandlung in Erwägung zu ziehen, sollt diese nur dann durchgeführt werden, wenn der Schlag für ein wiederholtes oder verstärktes Auftreten von Halmbruch bekannt ist. Anderenfalls sollte auf eine Behandlung verzichtet werden.
Verlässliche Wetterdaten – Grundlage für präzise Prognosen
Herzstück aller Entscheidungshilfen auf ISIP sind tagesaktuelle und standortgenaue Wetterdaten. Dafür greift ISIP derzeit auf mehr als 1.100 Wetterstationen aus dem Messnetz des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sowie der Pflanzenschutzdienste der Bundesländer zurück. Auf Basis dieser Messdaten werden Temperatur und relative Luftfeuchte mithilfe eines Interpolationsverfahrens für jeden Standort in Deutschland berechnet – in stündlicher Auflösung und mit einer räumlichen Genauigkeit von etwa einem Quadratkilometer.
Auch die Niederschlagsmengen werden in derselben zeitlichen und räumlichen Auflösung ermittelt. Dazu werden die punktuell gemessenen Niederschlagsdaten der Wetterstationen mit den flächendeckenden Niederschlagsinformationen der 16 Wetterradare des DWD kombiniert.
Den Entscheidungshilfen ist außerdem eine dreitägige Wettervorhersage (heute, morgen und übermorgen) angeschlossen. Hierbei gilt unbedingt zu beachten, dass sich Prognoseergebnisse, die auf einer Wettervorhersage beruhen, weiterhin ändern können.
Die Ihrer Prognose zu Grunde liegenden Wetterdaten werden Ihnen unterhalb der Ergebnisdetails angezeigt. Zur Anzeige der Luftfeuchtigkeit klicken Sie bitte auf den ausgrauten Legendeneintrag.
Limitationen
Das Entscheidungshilfesystem bewertet die Infektionsbedingungen zwischen BBCH 23 und 32 und leitet daraus den zur Milchreife (BBCH 75) zu erwartenden Befall in drei Befallsklassen ab. Folgen auf den Behandlungszeitpunkt (zu BBCH 32) trockene, heiße Witterungsbedingungen, so kann dies dazu führen, dass sich prognostizierte Infektionen nicht weiter entwickeln können und auch kein ertragswirksamer Befall entsteht. Die Prognose kann daher zu Überschätzungen neigen.
Weiterführende Informationen
Das Entscheidungshilfesystem für die Prognose des Halmbruchs wurde von der Zentralstelle der Länder für EDV-gestützte Entscheidungshilfen und Programme im Pflanzenschutz (ZEPP) in Zusammenarbeit mit den Landespflanzenschutzdiensten entwickelt. Weiterführende Informationen und Ansprechpartner finden sie unter www.ZEPP.info.