Zuckerrüben

Hier finden Sie Informationen und Entscheidungshilfen zu Blattläusen und Blattkrankheiten in Zuckerrüben.

Rübennematoden: Symptome und Bekämpfung

Schadsymptome

  • Nesterweise schlafende Rüben besonders bei trockenem Wetter.
  • Nesterweise Wachstumsrückstand der Rüben (später Reihenschluss). Einige Rüben mit starkem Wurzelbart (Verwechslung mit Rizomania leicht möglich).
  • Beim Aufziehen der Rüben an den Feinwurzeln weiße, später braune, zitronenförmige, stecknadelkopfgroße (0,3-1,0 mm) Zysten.
  • Infrarot-Luftbilder mit den durch die Bodenbearbeitung langgezogenen Befallsnestern.

Ohne eine genaue Untersuchung können die Nematodennester sehr leicht mit Trockenschäden infolge von Bodenunterschieden oder anderen Störungen verwechselt werden. Ergebnisse verschiedener Untersuchungsprogramme in den letzten Jahren bestätigten die sehr großen Unterschiede im Nematodenbesatz einzelner Schläge oder auch Teilschläge. Bei Befallsverdacht sollten der amtliche Pflanzenschutzdienst oder Anbauberater der Zuckerunternehmen konsultiert werden. Nur eine gezielte Untersuchung von Bodenproben bringt Klarheit. Hierzu gibt es verschiedene Angebote von Zuckerunternehmen und Züchtern.

Schadensschwelle

1-3 Zysten mit lebendem Inhalt / 100 g Boden oder besser: 500 Eier und Larven / 100g Boden. Die Schadschwelle ist um so niedriger, je leichter bzw. humoser der Boden ist, je später die Rüben auflaufen und je höher die Temperaturen im Frühjahr sind.

Methoden zur Feststellung der Schadensschwelle

a) Flächenbeprobung

Eine Probe pro ha, bestehend aus ca. 400 Einstichen im Verband von 5x5 m, in Form eines großen "B" über den Schlag/Teilschlag oder aus dem Rand von Befallsnestern ziehen. Die Bodenproben frisch versenden kühl lagern (5-10°C). Keine Probenahme im Rübenbestand. Anleitung der Entnahme von Bodenproben des zuständigen Pflanzenschutzdienstes beachten.

b) Beprobung aus der Resterde des Rübenschwades

Nach der Zuckerrübenernte kann der Nematodenbesatz einer Fläche schnell und mit geringem Aufwand über eine Schwadprobe bestimmt werden. Dazu wird eine Mischprobe aus 30 Erdentnahmen (ca. 1 kg Boden) aus dem Reinigungsschwad entnommen.
Dabei ist folgendes zu beachten:

  • Probenahme gleichmäßig verteilt über abgesiebte Erde
  • Unterboden nicht erfassen
  • größere Rübenbruchstücke und Blattreste entfernen
  • Gesamtprobe gut mischen
  • Probe beschriften und kühl lagern

Schwadproben können Sie über die Zuckerfabrik zum Pflanzenschutzdienst weiterleiten

Maßnahmen zur Schadensminderung

  • Weitgestellte Fruchtfolgen; in trockenen Gebieten auf humosen Böden mindestens 4-jährige, in kühlen/feuchten Lagen mindestens 3-jährige Fruchtfolge.
  • Unkräuter, die Nematoden vermehren, wie Senf, Hederich, Hirtentäschel, Pfennigskraut, Vogelmiere, Melde und Gänsefuß, bekämpfen.
  • Kulturpflanzen wie rote Bete, Spinat, Mangold, Raps, Rüben, Steck- und Stoppelrüben und alle Kohlarten weder als Haupt- noch als Zwischenfrucht anbauen.
  • Frühe Aussaat der Rüben.
  • Aktive Nematodenbekämpfung mit resistentem Ölrettich oder Senf als Zwischenfrucht oder Begrünung von Stilllegungsflächen.
  • Anbau von resistenten Zuckerrüben.

Bekämpfung

Schäden durch Nematoden entstehen nicht nur durch den häufigen Anbau von Zuckerrüben, sondern auch aus einem komplizierten Wechselspiel zwischen:

  • dem Schaderreger,
  • der Bodenart,
  • der Jahreswitterung und
  • der Häufigkeit des Auftretens von Wirtspflanzen, auch Unkräutern.

Dieses komplizierte Wechselspiel hat bisher die Entwicklung verlässlicher Prognoseverfahren verhindert.

Maßnahmen sind nach Befallsstufen gestaffelt:

(Befallsstufe 1)

  • Nematodenbefall weiter beobachten. Gelegentlich auf Nematoden untersuchen. Eine dreijährige Rübenfruchtfolge ist ohne nennenswerte Schäden möglich.

Leichter Befall (Befallsstufe 2)

  • Regelmäßig den Nematodenbesatz bestimmen lassen.
  • Resistente Zwischenfrüchte nach frühräumenden Vorfrüchten und als Grünbrache anbauen.
  • Bei einer dreijährigen Rübenfruchtfolge ist in einzelnen Jahren mit Schäden zu rechnen.

Mittlerer bis sehr schwerer Befall (Befallsstufe 3 - 5)

  • Regelmäßig Bodenproben entnehmen und auf Nematoden untersuchen lassen. Ab dem Grenzwert von 1000 Eiern und Larven ist der Anbau resistenter Zuckerrübensorten ökonomisch sinnvoll.
  • Um den Selektionsdruck auf resistenzbrechende Pathotypen zu senken, sollte nach den resistenten Rüben wieder eine anfällige Sorte folgen.
  • Zur weiteren Sanierung kann auf den Einsatz von resistenten Zwischenfrüchten nicht verzichtet werden, da diese auch virulente Nematoden bekämpfen.